Titan Motorcycles – Graz

2015 war das Jahr der Gründung, in dem eine einzigartige Motorradmanufaktur in der steirischen Landeshauptstadt Graz aus der Taufe gehoben  wurde: Titan Motorcycles. Zwei Männer sind es,  die für den heutigen Erfolg dieser Customschmiede verantwortlich zeichnen: Michael „Michl“ Siebenhofer und seit 2019 Thanh Ho Ngo – kurz „Ho“ [Shenfu] genannt. Beide waren vor ihrem Engagement bei Titan erfolgreich in der freien Wirtschaft tätig.

Ein ehemaliger Leitender Angestellter, der sich seinen Lebenstraum erfüllt hat: Michael „Michl“ Siebenhofer. Vielleicht wird es mit dem Titel „k.u.k. Hoflieferant“ ja doch noch was?

Michl – 1980 in Knittelfeld in der Obersteiermark geboren – hatte schon immer einen Hang zu motorisierten Fortbewegungsmitteln. Was lag da näher, als nach der Matura (so heißt das Abitur in Österreich) in Graz Fahrzeug-Technik zu studieren, ein Studium, das er mit dem akademischen Grad eines Dipl. Ing. abschloss. Bereits während des mehrjährigen Aufenthalts an dieser höheren Bildungseinrichtung in der steirischen Landeshauptstadt beschäftigte er sich in seiner Freizeit hauptsächlich mit Automobilen und Motorrädern. Erstere waren zumeist die „Käfer“. Dem Michl ging es dabei nicht nur um das schnöde Schrauben, sondern um die Leistungssteigerung der Motoren. Das war ein sehr ergiebiges Betätigungsfeld, denn zu dieser Zeit waren die vierrädrigen Krabbeltiere auf den Straßen noch mannigfaltig sichtbar. Es folgte logischerweise, um in der Familie der luftgekühlten Boxermotoren zu bleiben: der Porsche. Die Boxermotoren begleiten ihn bis heute. Auch wenn sie nicht mehr auf vier Rädern rollen, sondern auf zwei und statt der sechs Zylinder nur deren zwei besitzen. BMW heißt das Zauberwort.

Michl in seinem Element; beim Schweißen. Das Gestalten eines neuen Traumes – er nimmt gerade seinen Anfang

Nach dem erfolgreichen Abschluss als diplomierter Fahrzeug-Ingenieur gelangte Michael Siebenhofer in die freie Wirtschaft. Zuerst zu „Sebring Remus“, wo er im Prototypenbau beschäftigt war. Nach diesem Engagement ging es einen Schritt weiter in der Weltliga. Zu Mopar. Freunde gewaltiger Hubräume, vorzugsweise V8 amerikanischer Bauart, werden genüsslich mit der Zunge schnalzen. Mopar, das klingt in ihren Ohren wie ein Orkan, ist das doch DER Hersteller von Zubehörteilen für Chrysler. Wer denkt nicht voller Genuss und leidenschaftlicher Gefühle  an die brachialen Chrysler-Hemi-Big-Block-V8-Motoren, wie sie in den Muscles-Cars eingebaut und mit Mopar-Equipment aufgemotzt wurden. Das waren noch Zeiten! Dann kam auch bei Fiat-Chrysler die Phase, in der sie vor tiefgreifenden Umstrukturierungen nicht verschont blieben. Change-Management heißt das betriebswirtschaftliche Zauberwort für „Verbesserungen“ jeglicher Art in der Unternehmensführung. Ob in der Folge dann wirklich alles besser ist, wie von den externen Beratern geweissagt, kann stark angezweifelt werden. Die Kostenanalysen sprechen da meist eine sehr deutliche, ganz andere Sprache. Den einzigen Profiteure sind meist die externen Berater mit wohlklingenden Namen und scheinbar exzellenten Reputationen. Bloß einmal unter dem Teppich nachzuschauen, das hat sich keiner getraut.

In dem fürstlichen Hofgut steht am Anfang immer ein Sammelsurium an Einzelteilen, in dem die Puzzelstücke letzendlich zu einem Kunstwerk zusammengefügt werden – bis das fertige Sujet erstrahlt, vor dem mach ein Betrachter vor Ehrfurcht niederkniet

Michl war bei Mopar für die gesamte Produktplanung außerhalb der NAFTA (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen) für Chrysler und Jeep zuständig. Als diese oben genannte Umstrukturierung 2015 konkrete Gestalt annahm, kam für Michl nur ein Umzug nach Detroit oder Turin in Frage. Weltweit verteilt gab es für ein und denselben Aufgabenbereich mehrere Niederlassungen – und das wollten die Konzernlenker verschlanken und zentralisieren. Betriebswirtschaftlich betrachtet verständlich, auf der anderen Seite haben solche Entscheidungsfindungen schon sehr großes Unheil in den Unternehmen angerichtet. Das wichtigste Gut in einem Betrieb sind die Menschen; und an die wird bei solchen Change Management-Prozessen immer zuletzt gedacht.

Den Nukleus unterm Arm in einer Insel für Genießer und in inspirierender Umgebung: welch sinnliches Vergnügen. Michl, der Connaisseur edelster Stahlrösser

Detroit kam für Michl gar nicht in Betracht und Turin „höchstens für zwei Jahre“; und dann hätte die Entscheidungsfindung wieder von vorne begonnen. Natürlich auf einer völlig neuen Basis – wäre er doch auf der Management-Karriereleiter bis  dahin deutlich weiter nach oben gekommen und für ihn mit Sicherheit sehr lukrativ gewesen.

Nach einiger Überlegung folgte Michael Siebenhofer seiner Leidenschaft: Die ganzen Jahre über waren die wesentlichen Bestandteile seiner Freizeitbeschäftigung Automobile und Motorräder – was lag nun nahe?

Die Poesie des Schweissens

Er hängte den gut dotierten Job bei Mopar an den Nagel, den Anzug und die Krawatte tauschte er gegen Jeans und T-Shirt und mit einem Teil der Abfindung als Gründungskapital wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit. Sein Ziel war einfach: Eine Firma aufzubauen, die sich mit Motorrädern beschäftigt. Für seine große Leidenschaft! Automobile lieber nicht, denn diese sind in der Anschaffung deutlich teurer und Vierräder benötigen schon alleine von ihrer Größe deutlich mehr Platz als Zweiräder. Aus diesem Grund trennte sich Michl auch von seiner AC Shelby Cobra, schweren Herzens, aber für das Neue machte er eine ganz klare Zäsur. Die Richtlinien für das Unternehmen standen in der Folgezeit ziemlich schnell fest und auch was nun das genaue Konzept sein sollte: Klassische Motorräder, deren Umbau, Restaurierung, Customizing, Service und Reparatur von Zweirädern – das stand von nun an im Fokus des Tuns. Titan ist eine Manufaktur, in der jedes Serienkrad zum Cafe-Racer, Custom-Bike, Scrambler,  Brat-Style als Tracker oder zum Chopper seine Metamorphose erleben kann. Wobei die Chopper seit der Gründung des Unternehmens eher weniger gebaut wurden – im Mittelpunkt ihres Wirkens stehen bei den Manufaktoren die Bobber.

 

Wie kam es zu dem Namen Titan-Motorcycles?

Titan Motorcycles. An den Grazer Customizern führt in der Szene kein Weg vorbei. Sie zählen zur Creme de la Creme der Meisterveredeler

Eine Grazer Werbeagentur, die bei der Suche nach einem griffigen Firmennamen mithalf, war daran nicht ganz unbeteiligt. Titan heißt ja bekanntlich auch ein sehr harter Stahl, Titan war ein Herrschergeschlecht in der griechischen Mythologie. Titan steht als Synonym für Unvergänglichkeit, Härte und für Maskulines. Also alles Merkmale, die für die Besonderheit des neuen Unternehmens stehen. Zudem hat der Name – aus metallurgischer Sicht betrachtet – recht positive Eigenschaften.

Was man nicht vergessen sollte: In Graz gab es schon einmal eine Motorradfabrik, die Titan hieß. Von 1927 bis etwa 1933 (in der Literatur findet man die unterschiedlichsten Jahreszahlen) wurden im Ortsteil Puntigam Motorräder gebaut. Das herausragendste davon war die Austro-Motorette (Volksmotorrad) mit einem 144 ccm Zwei-Zylinder 2-Takt-Motor, das von Ing. Karl Schüber konstruiert wurde.

 

Der zweite Titanist

Thanh Ho Ngo, von allen nur „Ho“ genannt: Er ist bei den Titanisten der kreative Kopf. Ein Meister des Stiftes (Na, der Stift kommt nur noch rudimentär zum Einsatz – heute wird fast alles am PC gestaltet)

Thanh Ho Ngo (Jahrgang 1982), von allen nur „Ho“ genannt, betrat das Titan Geschehen offiziell 2019. Eher aus einem Zufall heraus kam er mit Michl ins Gespräch. Der gebürtige Niederösterreicher, dessen Eltern asiatischer Abstammung sind, ging immer mit seinem Sohn im Kinderwagen an der ersten Werkstatt von Titan Motorcycles in Graz vorbei. Selbst den Motorrädern äußerst zugetan, war er neugierig, was dort in dem Grazer Vorort für spannende Moppeds entstanden, die lautstark ihre Lebensäußerungen kundtaten.

Bei Titan Motorcycles geben sich die Meister der schreibenden Zunft und international renommierte Lichtbildner die Klinke in die Hand. Die Ergebnisse der Schaffenskraft der beiden Titanisten, die will sich keiner entgehen lassen. Und die Fachwelt staunt…

Wie es so kommt, die zwei jungen Männer waren sich sympathisch und so beschlossen sie nach eingehenden Gesprächen, das Unternehmen Titan Motorcycles gemeinsam zu führen. Ho brachte in diese Gemeinschaft Herausragendes mit: Er ist Diplomingenieur und zwar im Fachbereich Architektur und zudem ist Ho ein Allroundgenie. Während seiner zwei Jahre Studium in Wien und den Rest bis zu seinem Studienabschluss in Graz arbeitete er nebenher als Selbstständiger in der Event-Branche sowie als Unternehmensberater mit eigener Design- und Marketingfirma. Als Designer, Künstler und Cartoonist brachte Ho es zu internationalen Ehren. Neben innovativen Design-Ideen und Entwürfen hat er eine sehr große Affinität zur Mechanik, zu Uhren, und zu allem, was von mechanischen Bauteilen angetrieben wird, zu klassischen Automobilen und last but not least: Motorrädern.

Am Anfang der Kreation steht die Skizze, die Michl dann mit seinen goldenen Händen in dreidimensionale Skulpturen manifestiert. Das was da entsteht – es ist KUNST!

Ho ist bei Titan Motorcycles für den Verkauf, das Marketing und das Design zuständig. Nach den ersten Skizzen auf Papier werden am Computer die genauen Entwurfsarbeiten durchgeführt und die ausgedruckten Pläne dem Kunden präsentiert. Oft kommt ein Kunde mit ganz konkreten Vorstellungen, Wünschen und Ideen zu den Titanisten. Es kann jedoch auch passieren, dass ein Kunde gar nicht weiß, wie das Krad nach dem Umbau aussehen soll. Da ist dann eine Menge Psychologie und Fingerspitzengefühl gefragt. Die zwei Meister-Customizer vollbringen jedoch immer wieder das Kunststück, dass der Kunde, wenn er seinem neuen und umgebauten Bike Auge in Auge gegenübersteht, aus dem freudigen Staunen nicht mehr herauskommt.

Ho ist nicht nur ein Designgenie; er nimmt mit der gleichen Akribie, wie das genaue Zeichnen der Custombikes, auch das entsprechende Werkzeug in die Hand, um die Krafträder zu finishen

Die berufliche Herkunft von Ho kann man am Buchregal erkennen: Es ist die Architektur

Dieses Duo – Michl und Ho – überzeugen mit jedem neu gebauten Motorrad den prüfenden Betrachter und die mechanischen Finessen bei neuen Bauteilen, die ziehen auch jeden noch so großen Skeptiker in ihren Bann. Beide Männer sind auf ihre Art wahre Künstler; Michl auf dem Gebiet der Konstruktion und der Herstellung metallischer Objekte und Ho mit dem Zeichenstift. Ho kann die Nähe zum Bauhaus nicht verleugnen: Er nimmt viele Anleihen an diesem ehedem revolutionären und bis zur heutigen Zeit avantgardistischen Stil – schlichte, geradlinige Elemente ohne gestalterische Schnörkeln und Spielereien, wie sie gerade heute bei den Designern wieder en Vogue zu sein scheinen. Erlesene Schlichtheit als Konzept – das macht den Erfolg von Titan Motorcycles aus. Jedes Motorrad, das die Werkshallen der Manufaktur verlässt, ist ein Design-Manifest des Minimalismus.

Die Custombikes werden zu einem geeigneten Fotoplatz – die Szenefetischisten sagen „Location“ dazu – geschoben

Welche Motorräder veredelt Titan Motorcycles?

In diesen Räumlichkeiten gehen einem die Augen über. Allerlei Kräder, die man gerne in der heimischen Sammelstube hätte

„Eigentlich alle“, so die unisono lautende Antwort von Michl und Ho. Kawasaki, Honda, Yamaha, MZ (!), Harley Davidson, Triumph und sie machen auch vor Krädern nicht halt, die sich schon im Oldtimer-Status befinden. Am meisten werden jedoch alle Arten von BMW auf den Operationstisch geschoben. Warum? „Umbauten von BMW – hier bevorzugt die Boxer-Modelle –  werden am häufigsten nachgefragt und auch bestellt“. Nun ist es so, dass Titan Motorcycles auch über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausblickt; sie machen sich durchaus Gedanken zu alternativen Antrieben, die in ihren Custombikes bald zum Einsatz kommen könnten.

Was sind die Lieblingskräder von Titan Motorcycles? BMW. Diese Umbauten werden von den Kunden am stärksten nachgefragt. Eigentlich könnte man mutmaßen, dass es sich um die Stahlrösser aus Milwaukee handeln könnte. Nicht so bei den Grazern

Ein Gigantenbike aus den „Heiligen Hallen“ der Grazer Meisterbauer: The Arkitekt. Ein Bobber, über den jeder der Szene-Schreiberlinge quasi als Pflichtprogramm schon berichtet hat. Die Redaktionsaktivisten ziehen erfürchtig den Hut vor diesem Sujet

Die Gestaltungselemente eines Titan-Motorrades könnten fast schon der Walhalla des Motorradbaus entstammen, wo die Krönungsmesse zelebriert wird

Die Befestigung der 400-Millimeter-Bremsscheibe an der Felge: Ein Meisterstück

Springergabeln sind heute nicht out, sondern bei den Customizern schwer angesagt

Nicht nur BMW Krafträder stehen auf dem gut sortierten Speiseplan, es verirren sich auch fernöstliche Schmankerln auf die Tafel

In einem Seitenteil der Werkstatt, harrt ein Kraftrad seiner Veredelung – stilsicher wie in einem Ort der Andacht für stille Betrachtung und innere Freude

Die Gemischaufbereitungsfabrik, ohne die kein Motor eine Lebensäußerung von sich gibt

Ein neugieriger Blick als Genuss in den Organismus des Motors

 

 

Die Vespa-Ära

Auf einer Insel für Träume gibt es allerlei Genüsse zu goutieren

Als sich vor einiger Zeit der bekannteste Grazer Vespa-Händler mit dem Gedanken trug, seinen jahrzehntelang erfolgreichen Betrieb aufzugeben, da ging ein Aufschrei durch die Vespa-Szene und da schlugen die 2 Titanen zu und sie nahmen die Vespa-Besitzer unter ihre Fittiche. Man muss wissen, dass Graz eine Hochburg der Vespa-Fahrer ist, und irgendjemand muss sich um die italienischen Kultroller ja kümmern. Zudem sorgen die Reparaturen für den nötigen Cash-flow in der Firmenkasse. Denn bis ein neues Custom-Bike fertig ist, dann zum ersten Roll out durch das Werkstatttor fährt und an den Kunden ausgeliefert wird, da vergeht einige Zeit und dann erst gibt es die Penunzen. So lange bezahlt man das Material, die Löhne und Gehälter, den Strom und was weiß ich noch alles aus der eigenen Tasche. So ist das Business, auch wenn es mittlerweile einer Anzahlung bei Auftragsbeginn bedarf und eine weitere Abschlagszahlung bei entsprechendem Baufortschritt verlangt wird.

Der jahrzentelange Vespa-Mechaniker jedenfalls hat bei Titan Motorcycles seine neue Heimat gefunden. Ein Mechaniker, der alle Vespas bis zur letzten Schraube kennt und der wohl jedes dieser italienischen Kultroller mit verbundenen Augen zerlegen und wieder funktionstüchtig zusammenbauen kann. Das ist für solch eine Motorradwerkstatt nicht mit Gold aufzuwiegen, da sie bisher mit mechanischen Schwergewichten und großvolumigen sowie hämmernden Viertaktern zu tun gehabt haben und weniger mit den doch recht filigranen Zweitaktrasseln aus Italien. Dank des genialen Vespaisten mit seinen zwei goldenen Vespa-Schrauber-Händen sind den Rollern in Graz und Umgebung auch für die Zukunft rosige Zeiten beschert. Dieser eine Mitarbeiter kümmert sich ausschließlich um die italienischen Kult-Roller.

Die Werkstatt

Ein fast sakraler Ort der Poesie, in dem der Schrauber seine Erfüllung findet, um sich als gediegener Lebenskünstler zu definieren

Betritt der Besucher von Titan Motorcycles durch den Werkstatteingang die geheiligten Hallen, dann vermeint der Eintretende sich im Nirwana zu befinden. Das Geruchs-Erlebnis: für den Kenner wie exklusives Chanel No. 5… Olfaktorische Hochgenüsse an Benzin, Öl und allerlei Sonstigem, was in einer Werkstatt zum Einsatz kommt. Eine Bar, die zum geselligen Benzinplaudern einlädt, umgeben von Motorrädern im Serienzustand, veredelt durch Umbauten im Bobber-Style, Cafe-Racer, Scramblern und in der Fertigstellung befindliche Motorräder. Das Auge weiß gar nicht, wo es anfangen und wo es aufhören soll zu schauen. Eine riesige Couch und englische Lederfauteuils laden zum gemütlichen Verweilen ein und zum – Träumen… Ach wie herrlich ist das Leben! Gibt es dann noch einen frisch gebrühten Espresso  aus der ruhmreichen, riesigen Astoria-Espresso-Siebträgermaschine dazu; dann fehlt bloß noch die obligatorische Zigarette. Das muss das Nirwana für Kradisten sein…

Original italienische „astoria“ Espresso Maschine. Das weckt die müden Lebensgeister wieder zur Höchstform

Die Zündkerzen sind ordentlich für den baldigen Gebrauch drapiert

Alles griffparat. Warum soll man es aufräumen, wenn es eh gleich wieder benötigt wird

Eine gut gefüllte Werkzeugaufbewahrungskiste mit dem legendären Hazet-Werkzeug gehört zum guten Ton

Wieviele umgebaute Motorräder verließen seit der Gründung 2015 bis Ende 2019 bereits die geheiligten Werkstätten von Titan? „So um die 50 Stück“. Für solch eine Motorrad- und Custom-Bike-Manufaktur ist das eine beachtliche Menge, welche die Schaffenskraft von Michl und Ho deutlich unter Beweis stellt. Chapeau.

Wer da nichts Passendes findet, dem ist wahrlich nicht zu helfen

Nicht der schönste Laden für gepflegte Bekleidung: aber mit Hez, Charme und Liebe eingerichtet sowie mit Must haves bestückt

Wie es sich für eine Customschmiede gehört, gibt es auch eine beachtliche Anzahl Merchandising-Artikel. Bevorzugt Dinge, die man anziehen kann: T-Shirts, Hoodies, Sweater, Jacken und einen Haufen Café-Racer-Zubehör, wie Helme, Sonnenbrillen usw. Ende 2019 wird die T-Shirt-Kollektion deutlich ausgebaut; da blickt die Mopar-Vergangenheit spürbar durch, denn über dem Großen Teich ist das Merchandising Geschäft ein nicht zu unterschätzender Umsatzposten und für alles gibt es das passende Outfit. Auch hierzulande zeigt man sich gerne mit identifizierenden Emblems oder Sprüchen aller Art.

Michl bei seiner Lieblingsbeschäftigung in der Werkstatt. Dem liebevollen Zusammenbau eines neuen Custom Kraftrades

 

Was haben wir sonst noch entdeckt?

Einen ehemaligen, und wahrhaftigen Scheunenfund, der bloß noch einen Haufen Schrott darstellte. Eine Yamaha XT 500, den Michl in tagelanger, nein monatelanger Fleißarbeit wieder zu einem Schmuckstück werden ließ. In dem Fall trifft der oft zitierte Ausspruch voll und ganz zu: „Besser als Neu“.

Die legendäre XT. Die Titanisten bauten diesen Fund in mühevoller Kleinarbeit wieder so auf, dass dem Betrachter rausrutscht: „Besser als neu“

In den Räumlichkeiten von Titan Motorcycles fühlt man sich auf Anhieb so richtig pudelwohl, es ist, als komme man nach Hause. Die Werkstatthallen, die kleinen aber feinen Ausstellungsräumlichkeiten, das Büro oder die Verkaufsstube mit ihren Ledersitzmöbeln. Da lässt es sich gut aushalten!

Titan Motorcycles setzt auf die partnerschaftliche Kooperation mit Kellermann, Siebenrock, MMB und Rizoma.

Zahlreiche Shows und Messen besuchen die zwei Titanisten und so ist es nicht verwunderlich dass sie 2018 den österreichischen „Staatsmeister Café Racer“ einheimsten, 2017, 2018 und 2019 den Titel „Best of Show“ erhielten. An den Grazern kommt zumindest heute kein anderer Customizer mehr vorbei.

Auf dem Banner anlässlich der Yacht Show in Monaco 2019: Titan Motorcycles neben dem Logo von Shelby. Sie stehen schon dort, wo sie hingehören! An der Weltspitze

Diese zwei kreativen Köpfe sind schon bewundernswerte Geister, die grundsolide und lukrative Jobs in der freien Wirtschaft aufgegeben haben, um ihren Traum zu leben. Merken sie sich den Namen „Titan Motorcycles“, sie stehen heute noch nicht dort, wo sie hingehören, nämlich an den Zenit der europäischen Customizer-Szene. Man wird noch viel von ihnen hören, und mögen sie sich das etwas Ur-Werkstattmäßige, ihre Herzlichkeit und ihre Bodenständigkeit bewahren, denn das macht ihre Einzigartigkeit aus und ist so wohltuend sympathisch…

Royal Enfielt Tank, er thront stilvoll auf einem Tisch

Werbematerial – das darf bei den zahlreichen internationalen Auftritten nicht zu kurz kommen

 

 

 

TITAN Motorcycle Co.
Korngasse 13
A-8020 Graz

TITAN Motorcycle Company© Graz, Austria
Werkstatt für Historische Fahrzeuge, Zweirad-Werkstatt
ist eine registrierte Marke der

Speichenwerk Cycles GmbH
Guggitzgraben 106
8081 Pirching am Traubenberg
+43 660 13 88 969
office@speichenwerk.eu
hello@titan-motorcycles.com
www.titan-motorcycles.com

Die Herren bemühen sich nicht nur um die Verschönerung von Zweirädern, auch an ihren Lifestyle-Accessoires haben sie ihre Freude

 

 

Text: Ulrich Bänsch

Fotos: Ulrich Bänsch, Manfred Lach, 9×12 Studio

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2 Kommentare

  • Manfred says:

    Ho, der Meister des Stifts erinnert mich an meine wilden Jahre – auch ich trug einmal diesen Namen, aber das ist schon lange her und hatte damals eine andere Bedeutung….

  • klaus-peter pavelka says:

    Ich war auch schon vor Ort. Besser, treffender hätte es nicht beschriebn werden können. Danke für die Bilder und den Text….

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