Überarbeitetes Typenprogramm der Mercedes-Benz MB-trac im Jahr 1987 mit acht Modellen vom MB-trac 700 bis zum MB-trac 1600 turbo. Revised model range of the Mercedes-Benz MB-trac in 1987 with eight models from the MB-trac 700 to the MB-trac 1600 turbo.

Vor 30 und 40 Jahren: Topmodelle des Mercedes-Benz MB-trac feiern Premiere

  • Vorstellung des MB-trac 1800 Intercooler im Juni 1990
  • Der MB-trac 1500 wird im September 1980 präsentiert
  • Das Unimog-Museum in Gaggenau zeigt einen MB-trac 1800 Intercooler „Black Edition“
  • Letzte Evolutionsstufe des Mercedes-Benz Systemschleppers

Mercedes-Benz MB-trac 1800 Intercooler, Studioaufnahme. Der leistungsstärkste MB-trac debütiert 1990

Mercedes-Benz MB-trac 1800 Intercooler, Exterieur. Der leistungsstärkste MB-trac debütiert 1990

Mercedes-Benz MB-trac 1800 Intercooler beim Pflügen mit einem Sechsschar-Drehpflug. Der leistungsstärkste MB-trac debütiert 1990

 

Der 132 kW (180 PS) starke Mercedes-Benz MB-trac 1800 Intercooler wird auf der Fachmesse Nordagrar präsentiert, die vom 13. bis 17. Juni 1990 in Hannover stattfindet. Dieses neue Spitzenmodell schließt vor 30 Jahren die Entwicklung des legendären Systemschleppers der Stuttgarter Marke ab. Der MB-trac 1800 Intercooler basiert auf dem seit 1987 gebauten MB-trac 1600 turbo mit einer Leistung von 115 kW (156 PS). Insbesondere die Ausstattung des 6-Liter-Sechszylindermotors OM 366 LA mit Ladeluftkühler sorgt für das Leistungsplus, das den 1800 Intercooler zu einem Giganten unter den Ackerschleppern seiner Zeit macht.

Mercedes-Benz MB-trac 1500 im landwirtschaftlichen Einsatz. Das damalige Topmodell wird 1980 vorgestellt

Zehn Jahre vor der Premiere des 1800 Intercooler hat Mercedes-Benz den MB-trac 1500 als damaliges Topmodell der Traktoren mit dem Stern vorgestellt. Er debütiert vor 40 Jahren auf der DLG-Ausstellung in Hannover vom 12. bis 18. September 1980. Sein Sechszylindermotor OM 352 H leistet 110 kW (150 PS). Damals heißt es in der Mercedes-Benz Pressemitteilung: „Der Schlepper zieht auch bei steigender Anforderung kraftvoll durch, so wenn beim Pflügen stellenweise schwere oder nasse Böden auftreten oder bei Arbeiten am Hang. Zugkraftunterbrechungen durch Schaltvorgänge werden weitgehend vermieden. Das eng abgestufte Getriebe mit zwölf Vorwärts- und zwölf Rückwärtsgängen erlaubt die genaue Anpassung der Geschwindigkeiten an den Arbeitsvorgang.“

MB-trac 1500

 

Vielseitiger Vetter des Unimog

Die MB-trac 1500 und 1800 Intercooler gehören zur 1976 eingeführten schweren Klasse (Baureihen 442 und 443) der Mercedes-Benz Systemtraktoren. Außerdem gibt es Typen der leichten (seit 1972, Baureihe 440) und mittleren Klasse (seit 1982, Baureihe 441). So umfasst das komplett überarbeitete Programm des MB-trac im Jahr 1987 acht Typen vom MB-trac 700 (50 kW / 68 PS) bis zum 1600 turbo (115 kW / 156 PS), die einen sehr großen Bereich der Anwendungen in Landwirtschaft und Kommunaldienst abdecken, aber auch im Forst und auf dem Bau erfolgreich sind. Durch dieses Einsatzprogramm ergänzt der MB-trac die erfolgreichen Unimog-Modelle, mit denen er technisch auch eng verwandt ist. Während der Unimog die Landwirte mit extremer Geländegängigkeit und hohen Transportgeschwindigkeiten auf der Straße überzeugt, bietet der Traktor größere Leistungen als Geräteträger und Zugfahrzeug auf dem Acker.

Mercedes-Benz Programm landwirtschaftlicher Fahrzeuge aus dem Jahr 1976. Das Foto zeigt Unimog der Baureihen 403, 406, 421 und 425 sowie MB-trac der Baureihen 440, 442 und 443

 

Seit 60 Jahren baut Mercedes-Benz den Unimog und feiert das im Werk Wörth am Rhein

 

Mercedes-Benz Unimog im landwirtschaftlichen Einsatz

Unimog U25, Baureihe 401 mit Speiser Seitenwagenhäcksler Unimog U25, Baureihe 401 mit Speiser Seitenwagenhäcksler

Mercedes-Benz Unimog im landwirtschaftlichen Einsatz.

Mercedes-Benz Unimog im landwirtschaftlichen Einsatz

Unimog hochgeländegängig für Kommunaleinsatz, Einsatzmöglichkeit bei Hochwasser

Mercedes-Benz Unimog im landwirtschaftlichen Einsatz

Mercedes-Benz MB-trac 1300 und Unimog beim gemeinsamen Ernteeinsatz

 

Viele Landwirte kennen und schätzen den Unimog seit 1949 als vielseitigen Helfer. Die Stärken des Universal-Motor-Geräts überträgt der MB-trac 1972 in den Bereich der dezidierten Ackerschlepper. Im Gegensatz zu konventionellen Traktoren seiner Zeit bietet er serienmäßigen Allradantrieb, vier gleich große Räder, mittige Fahrerkabine, leistungsfähige Regelhydraulik hinten und vorn sowie drei Anbauräume (Front, Aufbau und Heck) für Geräte aller Art. Statt der üblichen Blockbauweise hat der MB-trac einen robusten Leiterrahmen. Die gefederte Vorderachse und die gefederte, umfassend ausgestattete Kabine sorgen für hohen Komfort. Die hintere Starrachse bietet Stabilität auch bei schweren Arbeiten auf dem Feld.

Komfortabel, ergonomisch und vielseitig: Fahrerkabine eines MB-trac

 

Schnittzeichnung der schweren Baureihe des Mercedes-Benz MB-trac (Baureihe 443)

Schnittzeichnung der Ladeluftkühlung des Mercedes-Benz Motors OM 366 LA, der unter anderem im MB-trac 1800 Intercooler eingesetzt wird

Diesen Vorteil kann der Traktor überzeugend ausspielen. Denn Sitz, Lenkrad, Armaturen und Pedale lassen sich im Fahrerhaus um mehr als 180 Grad drehen. So ist der MB-trac auch in umgekehrter Fahrtrichtung mit der starren Hinterachse voraus voll einsatzfähig. Die 1987 von der damaligen Daimler-Benz AG gemeinsam mit Klöckner-Humboldt-Deutz gegründete Trac-Technic-Vertriebsgesellschaft stellt diese Vorzüge 1990 in einem Werbefilm am Beispiel des MB-trac 1800 Intercooler vor. Dort heißt es: „In Verbindung mit dem vollsynchronisierten Wendegetriebe und der unübertroffenen Drehsitzeinrichtung wird der MB-trac damit zur wirtschaftlichen Selbstfahreralternative.“

Mercedes-Benz MB-trac 1800 Intercooler. Der leistungsstärkste MB-trac debütiert 1990. Das letzte Exemplar des Topmodells in der Sonderausstattung „Black Edition“ gehört seit 2006 zur Dauerausstellung des Unimog-Museums in Gaggenau.

MB-trac 1800 Intercooler „Black Edition“ im Museum

Der letzte von 190 gebauten MB-trac 1800 Intercooler in der Ausführung „Black Edition“ mit Sonderlackierung Schwarzmetallic gehört zur Dauerausstellung des Unimog-Museums in Gaggenau. Die Leihgabe der Daimler AG ist seit der Eröffnung des Museums im Jahr 2006 zusammen mit einem frühen MB-trac zu sehen. Das Unimog-Museum zeigt derzeit die Sonderausstellung „Der Unimog im Gebirge“.

Insgesamt entstehen lediglich 190 Exemplare des Superschleppers seiner Epoche bis zum Ende der MB-trac-Produktion im Dezember 1991. Das macht den 1800 Intercooler heute zum besonders gesuchten Klassiker in der starken Szene der Traktor-Sammler. Wer keinen hat, kann im Kleinen im Unimog-Museum fündig werden. Denn den MB-trac 1800 Intercooler können die Besucher in Gaggenau nicht nur in der Ausstellung erleben, sondern auch kaufen – als Modell im Maßstab 1:32.

Typenprogramm der Mercedes-Benz MB-trac im Jahr 1981 mit sieben Modellen der Baureihen 440, 441, 442 und 443

 

Grafische Darstellung des Typenprogramms der Mercedes-Benz MB-trac von 1972 bis 1991

 

 

 

 

Daimler AG

4. Juni 2020

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