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ARS VITAE – Der 928er

Der ultimative Gran Tourismo in höchster Vollendung!

Als der Porsche 928 in den 70er Jahren des vorigen Jahrtausends dem Licht der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde, stellte dieser GT für Porsche eine Sensation, für die eingefleischten Porsche-Fans eine Revolution dar. Nicht nur, dass er als 911er Nachfolger der Porsche Strategen gedacht war, nein, wassergekühlter 8 Zylinder Frontmotor, Transaxle-Bauweise mit Heckantrieb – das ging gar nicht!

Für die passionierten Porscheaner stellte dieses Automobil eine Art Gotteslästerung an den Verfechtern der leidenschaftlichen Fahrzeugkultur aus dem Hause Porsche dar!

Und das hieß: Luftgekühlter Sechszylinder Boxermotor im Heck! Basta!

Der 928er war vom Moment seiner Entstehung an ein Sakrileg!

Der 911er war das Synonym für Porsche – und umgekehrt!

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Bulliges Heck mit Heckflügel

Wurde gerade doch erst der 924er verdaut, welcher in der Anfangsphase ohnehin nicht als reinrassiger Porsche anerkannt wurde und jetzt der Dampfhammer… Der Autor dieser Zeilen nannte ihn damals ob seiner breiten und gedrungenen Erscheinung „Kuhfladen“. Und das ganz gewiss nicht ohne den gebührenden Respekt.

Aber: Ich muss dieses heroische Loblied auf dieses grandiose Automobil ganz einfach mittels spitzer Feder zu Papier (respektive in digitale Form) bringen.

Der 928er ist und bleibt eines der faszinierendsten Fahrzeuge der Automobilhistorie!

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Formvollendung

Der 928er nötigte dem Fahrer Respekt ab, man musste schon eine radikalindividualistische Mentalität sein Eigen nennen, er ist und bleibt ein Boulevard-Sportwagen par excellence, ein parkettsicherer GT. Auch die Großmeister des Grenzbereichs zollten dem exzellenten Fahrwerk Respekt, auch dank dem Meisterwerk der Hinterachsgeometrie, in Insider Kreisen auch „Weissach Hinterachse“ genannt.

Öffnet man das Aluminium Scheunentor zur Motorhalle liegt die Pracht und die ingenieuse Meisterleitung vor den staunenden Augen.

Der V8! Ein klangvoller V8! Die PS-Ikone! Der gigantische Motorraum ist mit dem Achtender nebst seinen Nebenaggregaten, Schläuchen und Kabeln bis auf den – fast – letzten Kubikzentimeter ausgefüllt. Ein ästhetischer motortechnischer Kunstgenuss, welch eine Pracht, wie die geballte Kraft vor einem thront!

Und das Wichtigste: Am Klang sollt ihr ihn erkennen. Flutet der Fahrer die Brennräume mit dem zündfähigen Kraftstoff-Luftgemisch, dann hört der geneigte Anhänger automobiler Kunst die Lebensäußerung des fahrenden Kunstwerks. Ein Klanggemälde erster Klasse, das mit einem Grollen beginnt und in einem unwiderstehlichen Fauchen endet. Bei Leerlaufdrehzahl dumpf, tief, satt, vollmundig, bollernd, aber wehe, wenn die Pferde unter der Motorhaube von der Leine gelassen werden… ein akustisches Inferno, nahezu apokalyptisch trompetet es aus den Schalltöpfen.

Man kann fast sagen: Das ist ein akustisches Kulturgut.

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Beeindruckende Front – eine Designikone

Ein kraftstrotzender Bulle, dessen monströse Power sich auch in der Formensprache der Karosserie eindrucksvoll manifestiert. Eine Stilikone, welche durch ihre opulente Dimension eine absolut charismatische Erscheinung ist. Muskulös, straff, zeitlos, immer apart anzusehen und ganz einfach in seiner skulpturellen Formensprache.

Er ist eine Design-Ikone.

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Skulpturale Formensprache

Die Möblierung sorgt für touristisch entspannte Sitzposition, auch nach stundenlangen automobilen Wanderungen in sportlicher Gangart. Die heute längst etablierten Komfortdetails wie Klimaanlage, Tempomat, wahlweise Lederausstattung und präzise Gestaltung bis ins letzte Detail erfüllte damals allerhöchste Ansprüche. Elektronische Kammerdiener gab es damals auch schon, aber das Fahrzeug war noch kein fahrendes Rechenzentrum wie viele Automobile es heute sind.

Der 928 wurde von 1977 bis 1995 gebaut, er hatte zwischen 4,5 Liter und 5,4 Liter Hubraum und war mit 240 bis 350 PS ausgebaut. Es gab ihn sowohl mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe als auch in der Automatikversion.

Angebotssituation

Derzeit ist der Sportwagen auf dem Gebrauchtwagenmarkt seinem Nischendasein – das er lange innehatte – entsprungen, die Marschrichtung zeigt deutlich nach oben – kein jahrelanger Pflegestau vorausgesetzt. Schnäppchen, wie sie vor ein paar Jahren noch möglich waren, die gibt es heute fast nicht mehr.

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Ein automobiles Investment als Kapitalanlage, das in der Garage parkt!

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Porschetypische Armaturenbrett-Architektur des 928er

 

Text: Ulrich Bänsch

Fotos: Porsche, Bänsch

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