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Plattenspieler kaufen

Faszination Schallplatte. Trotz oder gerade wegen der Überpräsenz digitaler Abspielmöglichkeiten, gewinnt das ebenso klassische wie im Grunde hoffnungslos antiquierte Tonnadel-Abspielverfahren in den letzten Jahren mehr und mehr an Bedeutung. Künstler, die etwas auf sich halten, veröffentlichen wieder auf Vinyl, die Preise für alte Plattenspieler sind beständig am steigen. Lesen Sie den Ratgeber für alle Neulinge, die vorhaben, sich den ersten Plattenspieler in ihrem Leben zuzulegen.

Wer jemals eine Umzugskiste voller Schallplatten geschleppt hat, der weiß: Musik kann ganz schön ins Kreuz gehen. Vielleicht ist dieses Sinnbild zugleich die Erklärung für das Revival der Schallplatte. Sie gibt der Musikwiedergabe das Gewicht, das ihr zustehen sollte. Die Platte wird bewusst ausgewählt, die Innenhülle samt Vinyl sorgsam mit geübtem Spreizgriff aus dem Cover gefädelt. Dann lässt der Kenner die Scheibe gefühlvoll aus der Innenhülle gleiten. Nur Anfänger fummeln die Platte mit dem Daumen und Zeigefinger-Kneifgriff wie einen großen Kartoffelchip aus der Hülle. Vinylfreunde würden den Neuling mit genau dem gleichen Griff beim Ohr schnappen und ihm erklären, wie das Prozedere ohne fettige Fingertappser auf den empfindlichen Microrillen über die Bühne geht.

Und zwar so: Der Rand der Platte wird mit dem Daumenballen gestützt, Zeige-, Mittel- und Ringfinger übernehmen die Platte am unempfindlichen Label-Etikett. Dann legt die andere Hand die Innenhülle sicher ab und kehrt flach an den Außenrand der Platte zurück. Das sieht aus, als wolle man in die Hände klatschen, stattdessen bugsiert der Schallplattenfreund jetzt wie eine Art menschlicher Industrieroboter die Scheibe mit sparsamer Bewegung gewissenhaft auf den Mittendorn des Plattentellers. Es kann losgehen.

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Dieser völlig unscheinbar aussehende Plattenspieler gehört zur gehobenen Extremistenklasse. Es handelt sich um einen betagten australischen Commonwealth-Spieler für den Einsatz in Rundfunkstudios. Der Tonarm ist ein Kleinstserienprodukt Marke Primary Control. So einfach kaufen kann man so ein Set nicht. Da heißt es Szene beobachten, abwarten und im richtigen Moment zuschlagen. Der Preis? Besser nicht danach fragen. Gleiches gilt für unser kupfernes Massekaliber im Aufmacherfoto ganz oben. Hier rotiert einer der schwersten Plattenteller aller Zeiten, Gewicht um die 200 Kilogramm. Das Werk stammt aus der Manufaktur von MalValve,  Inhaber Dieter Mallach, ansässig mitten im Ruhrpott

Aber dafür braucht es erst einmal einen Plattenspieler. Lassen wir einmal die notdürftigen Plastikspielerchen, wie sie zum digitalisieren von Platten selbst in großen Supermärkten für um die 60 Euro angeboten werden, gnädig beiseite. Wir möchten einen richtigen Plattenspieler. Den gibt es entweder im Fachhandel als Neuware oder auf dem Gebrauchtmarkt.

Schauen wir einmal, was der Fachhandel zu bieten hat: Die Preise für einsatzfertige Spieler gehen dort bei etwa 350 Euro los. Dafür gibt es üblicherweise einen ziemlich simpel gestrickten „Brettspieler“. Das heißt, auf einem dünnen, lackierten Basisbrett sind Plattenteller und Tonarm gelagert. Der Antriebsmotor ist unter dem Teller versteckt, er treibt mittels Gummiriemen einen kleineren „Unterteller“ an. Den Strom dafür liefert entweder die Steckdose direkt, oder ein kleines Steckernetzteil versorgt den Motor mit der entsprechenden Niederspannung. Hinten am Spieler sind noch zwei kleine, kreisrunde Steckerkontakte zu finden, die so genannten Cinch- oder auch RCA-Buchsen, seit Jahrzehnten Standard-Bauform im HiFi-Geschäft. Dort endet die Verkabelung des Tonarms, und von dort aus wird die Verbindung zum Verstärker mittels möglichst kurzem und abgeschirmten Kabel hergestellt. Ein besonderes Thema, wie wir noch sehen werden.

Typische Vertreter der Zunft „Brettspieler“ sind Produkte der Firmen Rega und Pro-Ject. Letztgenannter fabriziert in Tschechien und zählt aktuell Stückzahlen bezogen zu den ganz großen Plattenspielerherstellern. Richtig aufgestellt, nämlich auf einen kleinen, soliden Tisch oder eine stabile Wandhalterung, kann mit diesen billigen Einsteiger-Spielern bereits ganz ansprechend Vinyl verkostet werden.

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Thorens TD 145. In den siebziger Jahren war das ein typischer Spieler für den preisbewussten HiFi-Fan. Und genau so kann man das schnörkellos konstruierte Gerät auch heute noch sehen. Auf eine solide Unterlage gestellt, kommt da immer noch ausgezeichnete Musik heraus, zumal der verwendete TP 16-Tonarm nach wie vor ein ganz ausgezeichnetes Bauteil ist. Marktpreis in einwandfreiem Zustand um die 250 Euro

Wenn Sie jetzt schon beim lokalen HiFi-Fachhändler im Laden stehen, werden Sie feststellen, dass die Preise mit steigenden Ansprüchen gewaltige Steigerungen nehmen. Es ist nicht sonderlich schwierig, einen Plattenspieler zum Preis eines Mittelklasseautos zu erwerben. An dieser Stelle kann ich Ihnen aber bereits verraten, dass es keine zwingende Korrelation zwischen Geldeinsatz und Musikgenuss gibt. Auch schrecklich teure HiFi-Anlagen können genau so klingen.

Aber bleiben wir noch bei den Plattenspielern. Grob kann das Angebot in vier Bautypen untergliedert werden. Die Brettspieler haben Sie bereits kennen gelernt. Durch Materialauswahl und Raffinesse im Detail kann auch der Brettspieler das vierstellige Preisschild rasch erreichen.

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Eleganter „Brettspieler“ von Acoustic Signature aus Deutschland. Wer auf das Besondere abfährt, der findet erstaunlich viele Edel-Plattenspieler mit Made in Germany-Sticker. Zu nennen sind etwa Scheu Analog in Berlin, Clearaudio in Erlangen, Acoustic Solid in Schwäbisch Gmünd, Transrotor/Räke in Bergisch Gladbach oder die Gerätschaften aus dem Hause von Dr. Feickert. Die lokale  Nähe zum Hersteller ist fraglos ein nicht zu unterschätzender Vorteil

Firmen wie Thorens und Dual haben in den siebziger Jahren die „Subchassis-Spieler“ bekannt gemacht. Das sind jene Bautypen, bei denen die Plattenteller-Tonarmeinheit weich gefedert im umschließenden Zargengehäuse aufgehängt ist. Verächter dieser Bauform sprechen deshalb auch von „Schwabbelspielern“. Berühmter, aber auch kostspieliger Vertreter dieser Spezies aus aktueller Produktion ist der Linn LP 12. Schon vom Preisschild her ist das definitiv kein Einsteigergerät. Abgesehen davon ist er für das, was er tatsächlich bietet, viel zu teuer.

Mindestens vierstellige Preisschilder hängen auch stets an so genannten Masse-Laufwerken. Bei solchen Spielern wird mit heftigem Materialeinsatz gearbeitet. Plattenteller aus Vollmetall, die alleine schon zehn Kilogramm und mehr wiegen, sind keine Seltenheit. Wenn Sie mich fragen: Auch das ein klarer Fall für durchgeknallte HiFi-Extremisten.

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Der tschechische Hersteller Pro-Ject gehört aktuell zu den ganz großen Nummern im Plattenspielergeschäft. Vom simplen Brettspieler für ein paar hundert Euro bis zum hochgerüsteten Edelteil, ist im umfangreichen Programm für jede Interessenslage etwas dabei. Das opulente Stück im Vordergrund entspricht der weit verbreiteten Masse-Brettbauweise und etwa kostet einen fünfstelligen Betrag

Am weitesten verbreitet sind Mischformen aus den drei genannten Grundmustern. Also Spieler mit dicker Vollmaterialzarge, die auf gefederten Füßen ruhen. Typisch für diese Gattung sind so gut wie alle japanischen Spieler aus der goldenen Epoche der Schallplatte.

Eine Sonderrolle nehmen die DJ-Spieler ein. Mit scratch-tauglichem Direktantrieb, stufenlos regulierbarer Tellerdrehzahl und insgesamt robuster Bauweise haben die Geräte Eigenschaften vorzuweisen, die auch im normalen Wohnzimmer-Leben sinnvoll erscheinen. Legendärer Vertreter dieser Zunft ist der Technics SL 1200. Kürzlich wurde die aus den Siebzigern stammende Konstruktion wieder in einer Mk.5-Version neu aufgelegt. Mit einem Verkaufspreis von um die 2200 Euro werden sich aber nur Profis und Liebhaber angesprochen fühlen, und selbst abgerockte Gebrauchtgeräte liegen zumeist noch bei um die 500 Euro. Für den gleichen Betrag gibt es auch Nachbauten aus zumeist chinesischer Fertigung. Wenn es unbedingt ein SL 1200 sein muss, würden wir zu einem gepflegten Gebrauchtgerät raten. Schließlich stehen wir auf Klassiker.

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Thorens nicht zu vergessen. Die legendäre, ursprünglich Schweizer Marke ist immer noch im Rennen und hat für jeden Geldbeutel eine passende Vinylmaschine im Programm

Womit sich das weite Feld der Gebrauchtofferten vor uns auftut. Im bekannten Internet-Auktionshaus finden sich hunderte von höchst tauglichen Geräten zu überlegenswerten Preisen. Weil der Postversand aber so gut wie jeden Plattenspieler zerstören kann, raten wir nur dann zum Kauf übers Netz, wenn das gute Stück selbst abgeholt werden kann. Bei dieser Gelegenheit besteht zudem die Möglichkeit, sogleich die Funktionstüchtigkeit des Spielers zu prüfen. Wie immer ist eine Platte mit Klaviermusik dafür ideal. Ein auch nur minimal ungleichmäßig rund laufender Plattenteller ist sofort durch jaulend ausklingende Töne entlarvt.

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Auch aus deutschen 70er Jahre-Landen: Elac Miracord 50H2. Vollautomatischer Spieler, der auf Knopfdruck abspielt. Von daher besonders anfängerfreundlich. Zudem mit Stapelachse für 45er Singles. Deshalb von den HiFi-Ultras nicht richtig ernst genommen, dank super leise laufendem Reibradantrieb klanglich aber ein wundervoller Favoritenschreck. Preislich bislang noch moderat, aber die Qualitäten beginnen sich herumzusprechen

Zum Transport des Spielers stets Teller und Tonarmgewicht abnehmen und eventuell vorhandene Transport-Sicherungsschrauben montieren oder anziehen. Vorteilhaft ist es ferner, den eventuell abnehmbaren Tonkopf (Headshell) abzunehmen und sicher zu verstauen. Den Tonarm selbst mit Gummiringen oder Klebeband in seiner Auflagehalterung fixieren. Schließlich das ganze Gerät in Luftpolster-Folie einschlagen und in einen geräumigen Karton einsetzen. Derart gesichert, sollte auf dem Transport im Auto nichts mehr schief laufen.

 

GRUNDSÄTZLICHES

Um gut Schallplatten hören zu können, sind vier Voraussetzungen erforderlich:
1. Ein gleichmäßig und möglichst geräuschlos laufender Plattenteller
2. Ein solides Gehäuse mit einem guten, sicheren Stand
3. Ein präzise geführter Tonarm
4. Ein Abtastsystem, das die Modulation der Schallplattenrille bestmöglich auswerten kann

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Nur ein sauberer Abtastdiamant liefert gute Klangergebnisse. Deshalb das gute Stück regelmäßig mit einer 10fach-Lupe kontrollieren. Rillenschmodder lässt sich am besten mit einem zerkauten Holzzahnstocher vom Diamanten herunterpuhlen. Stets von hinten nach vorne arbeiten, Uhrmacherlupe benutzen

Wie bei den Spielern selbst ist auch beim Abtastsystem der preisliche Rahmen extrem weit gesteckt. Von 20 bis 10000 Euro können Sie beim Fachhändler fündig werden. Für den Einstieg empfehlen wir die Orientierung irgendwo zwischen den beiden bewährten Systemen Audio Technica AT-95E (circa 30 Euro) und Denon DL-103 (circa 250 Euro).

 

EIN GEBRAUCHTER TUT’S AUCH

Abschließend noch ein Insider-Tipp für die handwerklich begabten Schallplattenfans unter der Leserschaft. Einen super günstigen Spitzenplattenspieler können Sie sich leicht selbst zusammenstellen. Nehmen Sie dazu einen höherwertigen japanischen Direkttrieb-Plattenspieler aus den siebziger Jahren. Brauchbare Geräte finden sich für um die 300 Euro. Nutzen Sie diesen Spieler dann aber nur als reines Plattenlaufwerk. Stellen Sie daneben eine solide Eigenbau-Vollholzzarge, auf der Sie nur den Tonarm unterbringen. Diesen Tonarm bauen Sie sich einfach aus einem Carbonrohr mit 8 oder 10 Millimeter Durchmesser. Ideal ist eine Betriebslänge von 12 Zoll und eine so genannte Einpunkt-Spitzenlagerung. Anleitungen und Anregungen für so einen Eigenbau-Tonarm finden sich genügend im Netz. Mit diesen Grundkomponenten können Sie das Kapitel High End-Plattenspieler kostengünstig für sich erschließen. Denn eine abschließende Warnung sei an dieser Stelle erlaubt: Vorsicht, Vinyl hören macht süchtig und führt zu vielen zwanghaften Folgekäufen.

 

STICHWORTE RUND UM DEN PLATTENSPIELER

Direkttrieb: Die Lagerachse des Plattentellers wird direkt von einem langsam laufenden, geregelten Elektromotor in Rotation versetzt.

Riementrieb: Ein kleiner, schnell laufender Elektromotor treibt über einen Riemen den Teller an. Das kann direkt über den Außenrand des Tellers geschehen, oder über einen darunter liegenden Subteller.

Reibradantrieb: Bei älteren Plattenspielern anzutreffende Antriebsart. Ein schnell laufender Elektromotor mit Stufenwelle setzt ein Gummirad in Rotation. Das wiederum wird an die Innenseite des Plattentellers gepresst und treibt somit den Teller an. Nachteilig sind eventuell auf den Abtastvorgang übertragene Rumpelschwingungen des Antriebs.

Tonabnehmersystem: Etwa so groß wie das Vorderglied des kleinen Fingers. Auch Generator, Tondose oder auch nur System genannt. Nadelträger und Diamantnadel sind die zentralen Bestandteile. Sie übertragen die Modulation der Schallplattenrille auf einen winzigen elektrischen Generator. Es werden die Bauarten MM (Moving Magnet), MI (Movin Irion) und MC (Moving Coil) unterschieden. Generell produzieren MC-Systeme geringere Ausgangsspannungen als MM- und MI-Systeme. MC-Systeme müssen deshalb an einen speziellen Phono-Verstärker mit höherem Verstärkungsfaktor angeschlossen werden. Bei MM-Systemen lässt sich in der Regel der Nadeleinschub bauartbedingt durch einfaches Umstecken erneuern. MC-Systeme sind als geschlossene Einheit aufgebaut. Zur Reparatur/Erneuerung müssen sie in die Fachwerkstatt.

Entzerrer-Vorverstärker: Anders als ein CD-Spieler brauchen Plattenspieler einen speziell auf sie zugeschnittenen Phono-Eingang. Dieser ist in der Regel auf 47000 Ohm und die Systemspannung von etwa 5mV ausgelegt. MC-Systeme produzieren nur etwa ein Zwanzigstel dieses Wertes und müssen höher verstärkt werden.
Bei der Schallplattenproduktion werden hohe Frequenzen stärker in die Plattenrille moduliert, tiefe Frequenzen dagegen abgeschwächt. Bei der Reproduktion des Signals muss der Verstärker durch entsprechenden Ausgleich das Frequenzband wieder entzerren. Deshalb spricht der Fachmann von einem Entzerrer-Vorverstärker. Dieser Verstärkerzug ist in älteren HiFi-Verstärkern serienmäßig eingebaut. Ist das nicht der Fall, muss ein separater Entzerrrer-Vorverstärker zugekauft werden. Brauchbare Geräte gibt es ab 50 Euro, gute Vorverstärker kosten ab 200 Euro, High End-Geräte ein Vielfaches davon. MC-Systeme verlangen mitunter nach maßgeschneiderten Abschlusswiderständen. Bei höherwertigen MC-Verstärkern lässt sich der Abschlusswiderstand einstellen.

Lebensdauer: Hochwertige Systeme mit Diamantnadel halten etwa 2000 Betriebsstunden. Dann muss die Nadel ersetzt werden. Indiz für eine abgenutzte Nadel sind stets deutliche Verzerrungen im Hochtonbereich. Ein guter Test sind stets Aufnahmen mit Sopranstimmen. Verzerrungen werden beim hohen C sofort auffällig. Ein verschmutzter Abtastdiamant verzerrt gleichfalls. Kontrollieren Sie den Diamant regelmäßig mit einer guten Uhrmacherlupe.

Plattenpflege: Saubere Platten erhöhen den Genuss. Plattenliebhaber benutzen spezielle Schallplatten-Reinigungsmaschinen für ihr schwarzes Gold. Für den Hausgebrauch hat sich inzwischen die preisgünstige Reinigungsmethode mittels Microfasertuch und destilliertem Wasser bewährt. Das Wasser mittels Sprühzerstäuber auf das zusammengeballte Microfasertuch aufbringen („nebelfeucht“), und dann die Platte mit festem Druck und der Rille folgender Drehbewegung abwischen. Dazu die Platte am besten auf eine feste, weiche Unterlage platzieren, etwa eine geeignete Korkmatte. Der Teller eines ausrangierten Plattenspielers ist ideal. Direkt auf dem rotierenden Plattenteller funktioniert die Methode nur für leichtes Staubwischen. Das feuchte Tuch bremst die meisten Teller sofort bis zum Stillstand ab. Höhe Seitendrücke sind zudem für die empfindliche Lagerung des Tellers schädlich.

Tipps: Viele Tipps und Hinweise rund um das Thema Plattenspieler finden sich unter www.schiller-phono.de

 

Klassik Lust-Profil

Am ersten Plattenspieler sollte man Freude haben. Am Preis zu sparen ist deshalb nicht ratsam. Wer handwerklich nicht begabt ist und nach einer Plug-and-play-Lösung sucht, der muss den Fachhandel kontaktieren. Bei etwa 350 Euro gehen die Preise für ein brauchbares, spielbereites Gerät los. Wer höhere Ansprüche an Finish und Haptik stellt, muss mit vierstelligen Beträgen rechnen. Die österreichisch-tschechische Marke Pro-Ject ist für ihre Plattenspieler mit gutem Preis-Leistungsverhältnis bekannt. Ein seit Jahrzehnten bewährter Einsteigerspieler kommt von Rega, aber auch bei diesem simplen Brettspieler kann es ausstattungsbezogen auf der Preisleiter rasch aufwärts gehen.

Wer seine Platten gleich für den Rechner digitalisieren möchte, findet neuerdings gute Spieler in den Programmen der Elektronik-Riesen TEAC und Sony. Presiklasse um 400 Euro.

Handwerklich begabte Bastler sind beim Geldausgeben klar im Vorteil. Das Angebot an sehr guten Gebrauchtspielern ist groß. Sind die Altgeräte technisch in Schuss oder sinnvoll überarbeitet worden, dann können die Geräte mit aktuellen Spielern aus Neuproduktion problemlos konkurrieren. Ein guter Plattenspieler ist und bleibt ein guter Plattenspieler, egal, wann er hergestellt wurde. Sollte Sie also die Möglichkeit haben, an einen tadellosen Dual- oder Thorens-Spieler zu kommen, dann dürfen Sie getrost auf das betagte Pferd setzen. Ein kleiner Service inklusive Tausch des Antriebsriemens ist aber immer einzukalkulieren. Für routinierte Bastler eine kleine Fingerübung.

 

Text und Fotos: Jo Soppa

3 Kommentare

  • Alexander Maier sagt:

    Vielen Dank für diese wertvollen Tipps. Klare journalistisch aufbereitete Texte in Klassik Lust. Macht weiter so!!
    Alexander Maier

    • Redaktion Klassik Lust sagt:

      Lieber Herr Maier,
      danke für Ihren Kommentar, das bestärkt uns in unserem Tun.
      Ihre Klassik Lust-Redaktion

  • Frank M. sagt:

    Toll geschrieben mit den elementarsten Tipps. Da merkt der Leser, dass hinter den Autoren kompetente Menschen stecken, die die Artikel mit dem dafür nötigen Herzblut schreiben.
    Gruß
    Frank M.

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