Maybach

Maybach – ein Name, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Ein Name mit einer großen Vergangenheit, ein Synonym für nahezu unerschwinglichen Luxus, Dekadenz und dem Maximum an technischer Leistungsfähigkeit der jeweiligen Epoche. Die Signatur „MM“, welche die Automobile krönten, standen in der Hochzeit der Fertigung in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts für „Maybach Motorenbau“, im  jetzigen Jahrhundert für „Maybach Manufaktur“. Eine Symbolik, die für all das stand, was ein Luxus-Automobil verkörpern sollte.

Maybach: Das Symbol für absoluten Luxus. Egal in welcher Produktionsära

Die Maybach der „Neuzeit“ standen ab Herbst 2002 den potenziellen Kunden in den Typen Maybach 57, Maybach 57 S und Maybach 62 sowie der Maybach 62 S zur Auswahl; später im Laufe des Produktionszyklusses noch der Landaulet und der Maybach Zeppelin.

Der Maybach Landaulet war eines der exklusivsten Automobile der Welt

Mit Glanz und Gloria wurde die Wiederauferstehung der Marke Maybach am 02.07.2002 in New York gefeiert, als ein Maybach 62 in einer Glasvitrine stilvoll über den Atlantik auf dem Deck der Queen Elisabeth 2 in den Hafen einlief. Repräsentativ und medienwirksam wurde damals dieses Luxus-Automobil offiziell der staunenden Weltöffentlichkeit, den Journalisten und dem Fachpublikum präsentiert.

Maybach war eine Marke, die bei der damaligen DaimlerChrysler AG in der Asservatenkammer schlummerte und eigentlich nur darauf wartete, von einem Prinzen wachgeküsst zu werden. Und so geschah es dann auch in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts; Machbarkeitsstudien und alles was dazu gehörte wurden erstellt und so wurde die Maybach-Dynastie wieder zum Leben erweckt und im Sinne des Wortes ins Rollen gebracht.

Auf der „Mondial de l´Automobile Paris 2002“ präsentierte sich die Luxuslimousine Maybach 57 erstmals dem Publikum

Es war kein leichtes Unterfangen, eine 1941 zu Grabe getragene Marke aus der Asservatenkammer wieder an das Tageslicht zu befördern und als eigenständige Marke innerhalb eines Konzerns auf den Markt zu bringen. So etwas  ist sehr schwierig, kostet Unsummen an Marketingmaßnahmen, bis sie wieder etabliert ist – ganz besonders in solch einem Preissegment und mit erlauchtem Namen. Der Markt der Luxusautomobile ist konservativer als die katholische Kirche, ganz speziell in Deutschland; so hatten die Marktstrategen den Nahen Osten, die USA, China und Russland als potenzielle Absatzmärkte ausgespäht. Nur leider ging die Rechnung nicht ganz auf…

Kunstvoll illustrierte Verkaufsprospekte des Maybach SW 38 von 1936 bis 1939 mit 3,8 Liter Hubraum

Vom Design konnte der Maybach SW 38 in den unterschiedlichsten Karosserievarianten geordert werden. Heute sind solche Prospekte gesuchte Raritäten

Die Typenbezeichnungen orientierten sich an der Fahrzeuglänge; der Maybach 57 hatte eine Karosserielänge von 5,73 Metern, das Topmodell – der Maybach 62 – wies eine Länge von 6,17 Metern auf. Die Dimensionen zeigen es eigentlich schon sehr eindrucksvoll  – solch ein Auto ist nichts für den staugeplagten Großstadtverkehr und es eignet sich noch viel weniger für Tiefgaragen und Parkhäuser. Da kann der Fahrer sehr schnell an seine nervliche Belastungsgrenze kommen.

Man sieht sehr deutlich die unterschiedlichen Längen des Maybach. Die Modellbezeichnungen der beiden Luxuswagen weisen auf die stattliche Größe der einzigartigen Automobile hin: 6,17 Meter beim Maybach 62 und 5,73 Meter beim Maybach 57

Limousinenhersteller gibt es weltweit eigentlich nur mehr zwei: Rolls Royce und Bentley – Jaguar vielleicht auch noch – diese haben in der Vergangenheit auch schon mehrmals in den Abgrund der Zahlungsunfähigkeit und somit in den möglichen Untergang geblickt. In diesem Automobil –Luxussegment, in dem Rolls Royce und Bentley betulich und ungestört einige tausend Automobile an den Mann bzw. an die Frau brachten, war es selbst für einen Giganten wie Daimler schwer Fuß zu fassen, denn die Klientel ist stockkonservativ.

Eine mächtige und imposante Erscheinung: Der Maybach 57

Der Maybach, wie er in dem neuen Jahrtausend produziert wurde, war das Highend der absoluten Extraklasse. Da war noch die schwäbische Perfektion deutlich zu spüren, zu erleben, zu genießen und zu erfahren. Maybach – das war das Beste vom Besten; beste Werkstoffe, die Creme de la Creme der Menschen, die das Automobil designt, konstruiert und manufaktorisch liebevoll zusammengebaut – nein, man muss schon respektvoll sagen – komponiert haben. Ein Literatur-Professor sagte einmal zu dem Chronisten: „Lass die Superlative weg, denn das klingt unwahr und geschwindelt und gibt ein subjektives Darstellungsbild wieder“. Da hatte er sicher Recht, nur in diesem Falle nicht: Denn dieses Automobil ist ein einziger Superlativ.

Eine lustvolle Orgie in Leder und Holz

Die Kritiker und journalistischen Berufs-Philister, auch sie ließen nach der Präsentation nicht lange auf sich warten: von einer „aufgeblasenen S-Klasse“ war die Rede und von „zu groß und zu wuchtig“. Jedoch über eines gab es nichts zu mäkeln – über die Qualität und den schier endlosen Luxus von feinsten und erlesensten Materialien – das Ganze noch als „Made in Germany“. Das sollte das unschlagbare Zugpferd sein.

Zwei Generationen von Maybach Landaulets, hochherrschaftliche Automobile von höchstem Adel

In den folgenden Jahren gab es im Zuge in der Modellhistorie noch einen obendrauf: Den Maybach Landaulet. Ihn konnte die geldige Klientel nur auf Nachfrage ordern und er wurde noch individueller gefertigt. Majestätisches Open-air-Erlebnis der besonderen Art mit höchstem Luxus und Komfort für die Passagiere im Fond. Mit einer Länge von 6165 mm entsprach er in wesentlichen Merkmalen dem Maybach 62. Mehr ging eigentlich nicht mehr. Nicht, dass die anderen Maybach auf Halde produziert wurden – auch sie gingen erst in Produktion, wenn der Kunden genau „seinen“ Maybach ausgewählt hatte.

Majestätisches Opern-Air Erlebnis mit höchstem Luxus und Komfort

Diese Domizile, ja man ist geneigt zu sagen: Luxus-Landyachten, waren primär dafür gedacht, dass sie stilvoll von einem Chauffeur bewegt wurden, während die Passagiere genussvoll (den aus dem bordeigenen Kühlfach temperierten) Champagner aus sterlingsilbernen Sektkelchen genießen sollten.

Die eigens für den Maybach gestalteten Sektkelche aus teurem Sterlingsilber (oder andere Stilgläser) werden durch Klammern gehalten, die sich beim Abstellen der Gefäße automatisch über deren Sockel legen und festhalten. Hebt der Fondpassagier Glas oder Kelch leicht an, lösen sich die Halteklammern wieder

Der Maybach Landaulet verkörpert eines der exklusivsten Luxus-Fahrzeuge der Welt. Das Dach des Landaulets kann im Fond geöffnet werden, während das Chauffeur-Abteil geschlossen bleibt. Auf mit edlem weißen Leder überzogenen Sitzen genießen die Passagiere ein majestestätisches Open-Air Erlebnis

Maybach schwebte und schwebt in einer ganz eigenen Liga der Luxuskarossen, nicht vergleichbar mit den anderen – in dieser Preiskategorie ab einer viertel Million Euro.

Der Kundenkreis, der gerne seinen Reichtum exhibitionistisch und öffentlichkeitswirksam zur Schau stellt, wurde wohl nicht optimal erreicht und den pelzbefrackten St. Moritz-Gängern war das Automobil  vielleicht zu überkandidelt. Möglicherweise. So ganz genau wissen es wohl nur Daimlers Konzernstrategen. Da halfen letztendlich auch keine noch so luxuriösen Verkaufskathedralen, von denen es nur eine Handvoll auf der Welt gab – vorzugsweise dort, wo das Geld wohnt. Die Zielgruppe waren Leute, die schon alles haben und die ihren Hyperreichtum mit einem Maybach auf der Straße krönen sollten, denen nichts zu teuer oder unerreichbar ist.

Der Maybach 57 besticht im Interieur durch den geschmackvollen Dialog von Leder und Holz

Auch der Chronist träumte immer von so einem Highend-Meilenstein, nicht um anzugeben und zu protzen, sondern als Respektsbezeugung vor der technischen Meisterleistung und vor den schwäbischen Tugenden wie handwerkliches Können, Fleiß und Perfektionismus. Eine Perfektion, die im Massenproduktionsprozess nicht mehr zu finden ist. Nur kann man mit Begeisterung seinen Geldbeutel nicht befüllen und so beschränkte sich meine Verehrungskultur auf Pressefahrten und das Sammeln allerlei Bild- und Schrift-Konvolute.

Wenn es für den großen Maybach nicht reicht – dann eben für einen kleinen… und der ist zudem platzsparender…

… und zum Sammeln gibt es allerlei… und viel…

Exklusiv wurde eine CD mit Ute Lemper aufgelegt um den anspruchsvollen Maybach-Gourmet musikalisch zu verwöhnen

Mit insgesamt mehr als 2 Million unterschiedlicher Ausstattungsmöglichkeiten wurde der Maybach angeboten. Lackierung, Lederfarben, Kühlfach, Lenkradheizung, Vorhänge, Felgendesign, Klapptisch, TV-Empfangsteil, Panoramadach, bis hin zur Instrumentierung von Tacho, Uhr und Thermometer im Fond. Da konnte die Auswahl schon leicht ins Stressige ausarten; tja, Geldausgeben ist auch nicht einfach… Man wurde bei der Qual der Wahl jedoch nicht alleine gelassen – dem individuellen Kundenkontakt räumte man bei Maybach oberste Priorität ein. Die Auswahl und der Kauf wurden bei Maybach als Event inszeniert; später dann, nach der Auslieferung, stand dem Maybach Eigner noch stets ein „Personal Liaison Manager“ zur Verfügung. Er war der persönliche Ansprechpartner, (oft nicht nur bezüglich des Automobils) und damit wurde die Beziehung zwischen dem Kunden und seinem Automobilhersteller  auf ein absolutes Toplevel gehoben. Bei der Kaufentscheidung wurde allerhöchster Wert auf Emotionen gelegt. Emotionen, welche durch die „Aura“ des Verkaufstempels hervorgerufen wurden.

 

Die Instrumentierung zeigt ein Maybach-typisches, elegantes Schriftbild auf den Skalen. Weiße Leuchtdioden und so genannte Kalt-Kathodenröhren beleuchten die Instrumente, die dank dieser Technik eine besondere Brillanz erhalten

Die Bedienungsanleitung, die dem Maybach beigelegt wurde, war anspruchsvolle Belletristik für den geistig reiferen Leser. Sie war ein paar hundert Seiten stark, durch die er sich erst einmal durchkämpfen mußte, wollte er alles, aber auch wirklich alles über den Bedienungskomfort seines Automobils  wissen.

Neu entwicklete Einzelsitze perfektionieren das Wohlfühlgefühl der Passagiere im Fond des Maybach 62. Ruft der Fondpassagier diese vorprogrammierte Ruhestellung per Tastendruck ab, neigt sich die Rückenlehne langsam um 47 Grad nach hinten und gleichzeitig schwenken im unteren Bereich des Sitzes eine Unterschenkelauflage und eine Fußstütze nach vorne

Interieur

Jedem Maybach war zu eigen, dass sein Innenraum ein kathedrales Raumgefühl vermittelte; Bequemlichkeit und Komfort standen in höchster Vollendung und manche Ausstattungsvarianten grenzten verdächtig an Wellnessoasen und Spa-Anwendungen. Selbst olfaktorische Genüsse in Form von Raumbeduftung waren – gegen entsprechenden Obolus versteht sich – erhältlich.

Der Maybach 62 besticht durch sein großzügiges Raumangebot für die Fondpassagiere

Das Ambiente: Für die Lederfauteuils und Applikationen schnitten Fachbetriebe für jeden Maybach bis zu 210 Lederteile zu, die sie zu 62 größeren Einheiten komplettierten – in Handarbeit, das versteht sich von selbst. Edelste Hölzer mit feinsten Maserungen wurden sorgsam ausgewählt. Bis zu 100 verschiedene Holzteile wurden in aufwendiger Handarbeit hergestellt und von ausgesuchten Fachkräften individuell (in Farbton und Maserung passend für eine harmonische Gesamtkomposition) zusammengestellt.

Das Interieur des Maybach zieren – je nach Modellversion – bis zu 100 verschiedene Holzteile – jedes in sorgfältiger Handarbeit hergestellt und von erfahrenen Fachleuten individuell, je nach Farbton und Maserung, zusammengestellt

Die Lichtinszenierung im Innenraum ist von erlesener Güte, am liebsten möchte man sein heimisches Wohnzimmer in dieses Automobil verlegen, so angenehm ist diese Illumination.

Die Illumination des Innenraumes ist eigentlich schon als Kunstwerk zu bezeichnen: Eine gelungene Lichtinszenierung

Überhaupt wurde auf die Ergonomie sowie auf den intuitiven Bedienungskomfort höchster Wert gelegt. Und sind die Kanzleitüren – nein, es sind ja fast schon Tresortüren – ins Schloss gefallen – nein, sie werden sanft zugezogen – dann ist es absolut still. Diese Stille scheint fast nicht von dieser Welt zu sein… Die üppig dimensionierte Verglasung und die aufwendigen Dichtungen und Dämmungen zeigen hier ihre wohltuende Wirkung.

Was gibt es mehr? Jeder erdenkliche Komfort verwöhnt die Passagiere

CD-Player, DVD-Player, Fernbedienung für elektronische Spielereien – nur für die Fond-Passagiere – 4-Zonen Klimaautomatik mit 2 Klimaautomatiken, Telefonanlagen, HiFi-Anlage, die Liste ließe sich noch weiter steigern.

Für Fahrer und Beifahrer ist das serienmäßige COMMAND APS-System in der Mittelkonsole die zentrale Bedien- und Anzeigeeinheit einer Vielzahl von Funktionen. Zur Ausstattung des elektronischen Multitalents gehören ein großes Color-Display (6,5 Zoll) in TFT-Technik, ein DVD-Laufwerk sowie in Verbindung mit dem festeingebauten Autotelefon alle mobilen Kommunikationsfunktionen

Die Türen im Fond ließen sich in einem Winkel von 85° öffnen, das war in der Automobilbranche ein Novum.

Noch Fragen zu dem Öffnungswinkel der hinteren Türen?

Über die aktiven und passiven Sicherheits-Merkmale und -Einrichtungen braucht man eigentlich nicht zu sprechen, sie sind da, und zwar das Beste vom Besten – wie es sich für einen Maybach gehört.

Ein besonderes Meisterstück der Holzmanufaktur ist der dreiteilige Lamellenzierstab – ein Novum im Automobilbau

Antriebsaggregat

Der Motor: Es darf attestiert werden – ein Stuttgart-Untertürkheimer Meisterwerk. Laufruhig, elastisch, mit einem brachialen Drehmoment von bis zu 1.000 Nm! V12 mit einem Zylinderwinkel von 60° und dieser wurde aus folgendem Grund konstruktiv so gewählt: Es sollten störende Massenkräfte und -momente I. und II. Ordnung von vornherein vollständig ausgeglichen werden -ohne den Einbau zusätzlicher Ausgleichswellen.

Das Kurbelgehäuse besteht aus Aluminium-Druckguss, die beiden Zylinderköpfe wurden im Magnesium-Druckguss hergestellt. Dank dieser Leichtbaukonstruktion bringt das 550 PS Aggregat in der „Basis“-Version nur 270 kg auf die Waage. 900 Nm setzt dieser 12-Ender bereits ab 2.300 U/min frei, das bleibt bis 3.000 U/min konstant. Da brodelt es im Keller und das im wahrsten Sinne des Wortes. 1.000 Nm bzw. 612 PS, das war die nächste Ausbaustufe, die gab es für den Maybach 57 S und 62 S mit 6 Liter Hubraum. Um das gewaltige Drehmoment übertragen zu können, mussten die Planetensätze in dem Automatikgetriebe verbreitert werden, da sonst dieses Bauteil zerbröseln würde.

Das Kraftpaket von einem Motor und trotz seiner schieren Größe ein relatives Leichtgewicht

Fahren

Der  V12 mit seinem brachialen Drehmoment zieht die Land-Yacht mit solch einer exorbitanten Vehemenz nach vorne – wie durch ein überdimensionales Gummiband – so etwas traut man diesem Monstrum überhaupt nicht zu. Einen gewaltigen, opulenten Schub entwickeln da diese V12-Motoren. Der Maybach rollt und schwebt majestätisch, ja fast schon gravitätisch mit der Souveränität eines Containerschiffes durch die Lande und der Fahrer ist der Kapitän dieses herrschaftliche Automobils.

Fahrwerk

Das Chassis stammt von der S-Klasse (W 140) und die war schon ein beeindruckender Dampfer. Die Luftfederung, sie bügelt straßenbautechnische Ungereimtheiten einfach weg und das Fahren fühlt sich an wie Schweben.

Fertigung

Gefertigt wurden diese riesigen Automobile in der Sindelfinger Manufaktur.

Welche Typen gab es?                               

Maybach 57 und 57 S

Maybach 62 und 62 S

Landaulet auf der Basis des 62 S, dieser wurde im Dezember 2007 vorgestellt und von 2008 bis 2012 auf Nachfrage gebaut

Maybach Zeppelin ab 2009 und limitiert auf 100 Stück

Maybach Exelero – ein Prototyp, um die Leistungsfähigkeit der Hochgeschwindigkeits-Fulda-Reifen unter Beweis zu stellen. Auf der Hochgeschwindigkeitspiste im italienischen Nardo erreichte der Maybach Exelero eine Höchstgeschwindigkeit von 351,45 km/h.

Behagliche Wohnzimmeratmosphäre, wo man sich wohlfühlt

Während der Fahrerbereich beim Maybach Landaulet ganz in schwarz gehalten ist, präsentiert sich der Fond in weißem Leder und Zierteilen in glänzendem schwarzen Klavierlack und kostbarem schwarzen Granit

Genüsse für die angenehmen Seiten des Lebens

Das Aus

Im Jahr 2012 kam dann das betrübliche Aus. Die Betriebswirte – möglicherweise zu Recht – siegten über jene Entscheidungsträger, denen die Luxusmarke Maybach am Herzen lag. Den Controllern ist es zuwider, Sparten zu alimentieren, die keine Rendite bringen; zudem ist es in den heutigen Konzernstrukturen immer schwieriger, so etwas den Investoren zu verklausulieren. Schade, dass solche Ausradierungen immer wieder vorgenommen werden, ja vorgenommen werden müssen. Es lag daran, dass die Zahlenwerke, die zu Beginn gestanden hatten, nicht mit den Ist-Zahlen konform waren. Die möglichen Verkaufszahlen wurden zu optimistisch prognostizert, wobei der Verkauf deutlich hinter den Prognosen zurückblieb. Am 17.12.2012 rollte der letzte Maybach aus der Sindelfinger Manufaktur.

Vielleicht war das Auftreten des Maybach auch zu dekadent, zu schwülstig und zu teuer; wobei es der Klientel in dieser Preiskategorie nicht auf einen 100.000er mehr oder weniger anzukommen scheint.

Der Maybach 62 dort, wo er sich am wohlsten fühlt

Die Zukunft

Die Marke Maybach an sich ist nicht von der Bildfläche verschwunden; sie lebt weiter – in der derzeitigen S-Klasse (ab W 222). Als „Mercedes-Maybach“ Bezeichnung hat er in dem Wegbereiter der Oberklasse-Fahrzeuge Einzug gehalten und bringt Luxus hinein. Jedoch nicht als eigenständige Marke sondern als Ausdruck und Abrundung der S-Klasse nach oben zu den Luxus-Limousinen, unter dem Dach und dem Profit-Center der S-Klasse. Der „Mercedes-Maybach“ basiert auf der verlängerten S-Klasse.

Klassik Lust Profil

Der Maybach, so wie er in 10 Jahren gebaut wurde, er ist und bleibt ein Meilenstein, ein Leuchtturm in der Automobilhistorie. Geht nicht, gab´s nicht.

Der Mythos Maybach, er lebt ungebrochen weiter und in absehbarer Zeit werden die in Sindelfingen produzierten Automobile eine gewaltige Wertsteigerung erfahren und wohl die einstigen Verkaufspreise überflügeln. Derzeit befinden sich alle Offerten an Gebrauchtoccasionen auf einem Sinkflug, bleiben aber immer noch auf einem relativ hohen Niveau.

Wie man einen verblichenen Namen, eine Marke automobiler Artefakte wieder zu einem begehrlichen Sujet für Superreiche machen kann, ist eindrucksvoll am Beispiel des Bugatti zu sehen. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte…

Tja, die goldenen Zeiten des Automobilbaus sind schon lange vorbei, in denen es hieß: „Die Mechaniker und Ingenieure bauen das Auto, der Vorstand bestimmt den Preis und die Lage des Aschenbechers“. Inzwischen sind Marketing, Controlling und Unternehmenspolitik mächtiger geworden.

Text: Ulrich Bänsch

Fotos: DaimlerChrysler AG, Daimler AG, Ulrich Bänsch

 

Exklusive Luxuslimousinen mit langer Tradition

Mit größter Liebe zum Detail gestaltet, in einer modernen Manufaktur gefertigt und mit der Automobiltechnik des 21. Jahrhunderts ausgestattet, setzen die Maybach 57, der Maybach 62, der Maybach 57 S und der Maybach 62 S die Tradition der berühmten Maybach-Automobile fort, die in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts gemeinsam mit Mercedes-Benz zur Elite des deutschen und internationalen Fahrzeugbaus zählten.

Mercedes-Benz und Maybach sind zwei Automobilmarken mit einer großen Vergangenheit und starken Gemeinsamkeiten. Denn Wilhelm Maybach (1846-1929) war der langjährige Weggefährte Gottlieb Daimlers (1834-1900), technischer Vorstand der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) und konstruierte im Jahre 1901 den ersten Mercedes, der als Vorbild aller modernen Personenwagen gilt. Deshalb nannte man ihn respektvoll „König der Konstrukteure“.

1907 verließ Wilhelm Maybach, der im März 2004 in den „European Automotive Hall of Fame“ in Genf aufgenommen wurde, das Unternehmen und widmete sich ab 1909 gemeinsam mit seinem Sohn Karl dem Bau leistungsstarker Motoren für die Luftschiffe des Grafen Ferdinand von Zeppelin. Ab 1919 machte sich Karl Maybach (1879-1960) in Friedrichshafen am Bodensee mit der Entwicklung und Konstruktion ebenso exklusiver wie technisch perfekter Luxusautomobile einen Namen und stellte bis 1941 rund 1800 dieser hochwertigen Fahrzeuge her, deren Karosserien Fachfirmen exakt nach Käuferwunsch gestalteten und ausstatteten. Das Flaggschiff im Maybach-Modellprogramm war der Typ DS 8 „Zeppelin“ aus dem Jahre 1931. Mit rund 5,50 Meter Länge galt diese Luxuslimousine seinerzeit als der repräsentativste deutsche Personenwagen – „ein Automobil letzter Wunscherfüllung mit vornehmster Eleganz und Kraft“, wie es in der Maybach-Broschüre hieß.

Mit der über 100-jährigen Erfahrung und der technischen Kompetenz in der Entwicklung und Produktion von Luxuslimousinen seiner Marke Mercedes-Benz war der DaimlerChrysler-Konzern prädestiniert, den Namen Maybach im Jahr 2002 wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die wichtigste Voraussetzung, Maybach mit Highend-Luxuswagen alle Ehre zu erweisen, bildete die enge Zusammenarbeit mit der Schwestermarke Mercedes-Benz, die als weltweiter Innovationsführer Standards in puncto Sicherheit, Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit setzt. Die Maybach-Limousinen profitieren von diesem technologischen Vorsprung.

So entstand durch die Symbiose wegweisender Mercedes-Entwicklungen mit Maybach-typischer Exklusivität und Individualität erneut unvergleichliche Prestigeobjekte auf Rädern:

Automobilbau in Vollendung

Quelle: DaimlerChrysler AG – März 2007

Wilhelm Maybach (1846 – 1929)

Karl Maybach (1879 – 1960)

 

Center of Excellence und Manufaktur

Das Herz der Marke Maybach

Neben technischer Perfektion und stilvoller Eleganz hat vor allem die Betreuung der anspruchsvollen Klientel höchste Priorität. Wie ehedem im Hause Maybach sind die Wünsch der Kunden auch heute das Maß aller Dinge.

Eine Maybach-Limousine kauft man in der Regel nicht per Katalog und Ausstattungsliste. Gestaltung und Ausstattung des Luxuswagens sind das Ergebnis eines ausführlichen Gedankenaustausches zwischen dem Kunden und den Designern oder Ingenieuren des Luxuswagens. Ihr Treffpunkt sind das Center of Excellence in Sindelfingen und die Maybach Center, die global eingerichtet wurden. Dort steht den Kunden ein einzigartiges Angebot edelster Materialien, exklusiver Farben und innovativer technischer Details zur Auswahl. Diese Vielfalt von Edelhölzern, Natursteinen, Stoffen, Ledersorten und anderen erlesenen Ausstattungsdetails bildet die Grundlage für die höchst individuelle, einzigartige Gestaltung einer jeden Maybach-Limousine.

Noch anspruchsvollere und exquisite Wünsche realisieren die Fachleute der automobilen Luxusmarke im ständigen Dialog mit den Kunden. So wird jede Limousine zu einem wertvollen Einzelstück, das ausschließlich vom persönlichen Stil und Geschmack seines Besitzers geprägt ist.

Beispielloses Konzept für intensive Kundenbetreuung rund um die Uhr.

Die Schlüsselrolle bei der Kundenbetreuung spielen die sogenannten „Personal Liaison Manager“. Sie kümmern sich jeweils um einen sehr exklusiven Kreis von Maybach-Besitzern, beraten sie bei allen Fragen rund ums Automobil und übernehmen auf Wunsch auch eine Vielzahl anderer Dienstleistungen, sei es die Organisation der Besuchsreisen zur Maybach Manufaktur, die Planung von Wartungsterminen oder die Reservierung von Eintrittskarten fürs nächste Formel-1-Rennen.

Quelle: Daimler AG – November 2007

 

 

 

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