Metallbau Galle Impressionen 9

Hightech und Feile – Metallbau Gallé

Als der Mensch erkannte, welche Schätze in erzhaltigen Gesteinen schlummern, da begann das unaufhaltsame Streben danach, diese daraus gewonnenen Metalle zum Nutzen der Menschheit einzusetzen. Waren die Werkzeuge bis dato aus Holz und bearbeiteten Steinen gefertigt, so ließen sich jetzt langlebige Gerätschaften auf einfachere Weise in verschiedensten Formen herstellen. Nicht immer zum Wohle der Menschen, sondern – leider – auch zu kriegerischen Zwecken. Diejenigen, welche mit der Gewinnung von Eisen sowie dessen Bearbeitung vertraut waren, genossen ein sehr großes Ansehen in der menschlichen Gemeinschaft.

In der steirischen Landeshauptstadt Graz existiert ein mittelständischer Betrieb mit langer Tradition, der sich mit der Verarbeitung von Metallen bestens auskennt: die Firma Metallbau Gallé.

Metallbau Galle Firmenschild

Das Firmenschild von Metallbau Gallé. Der Betrieb fand im Jahre 1925 seine erste urkundliche Erwähnung und ist ein Unternehmen mit Tradition – was heute nicht mehr selbstverständlich ist…

 

Im Jahre 1925 wurde das Unternehmen von Willibald Gallé als Schlossereibetrieb gegründet. Fortgeführt wurde es von seinem gleichnamigen Sohn bis in das neue Jahrtausend hinein, wenn auch „nur“ als Geschäftsführer und nicht als operativ Tätiger in den Werkstätten. Im Jahr 2004 übernahm Schlossermeister Peter Guess dieses traditionsreiche Unternehmen in der Brückenkopfgasse 7 in Graz.

Metallbau Galle Werbe Anzeige

Eine zeitgenössische Werbeanzeige, die Willibald Gallé in dem Adressbuch von Graz schaltete

Peter Guess begann Anfang der 70er Jahre eine Lehre als Bauschlosser und Schmied, die er mit seiner Meisterprüfung beendete. Seit 1980 wurden bereits Kontakte zu dem Schlossereibetrieb Willibald Gallé geknüpft – das Unternehmen, in dem Peter Guess damals angestellt war, belieferte die Firma Gallé mit Stahlerzeugnissen.

1999 erfolgte dann der Sprung von Peter Guess in die Selbständigkeit und auch er belieferte wiederum den traditionsreichen Betrieb in der Brückenkopfgasse.

Der Schlossereibetrieb Willibald Gallé war ein grundsolides Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern und er hatte in dem neuen Jahrtausend nur ein Problem: Es gab keinen Nachfolger, der den Betrieb im Sinne des Gründers weiterführen konnte. Als der Chef Willibald Gallé das Pensionsalter erreichte und beabsichtigte, den geruhsamen Lebensabschnitt im Kreise seiner Familie zu verbringen, übernahm Peter Guess 2004 die Schlosserei vollumfänglich; wie sich herausstellte – ein Glücksfall.

Seit seiner Gründung ist das Unternehmen in einem idyllischen Hinterhof beheimatet,der Teil eines ehemaligen und aufgelassenen Krankenhauses ist. Peter Guess ist ein Mensch mit goldenen Händen – denn das, was er aus Stahl herstellt, ist brillant und grenzt fast schon an Magie. Das Talent, mit dem Werkstoff Metall zu arbeiten, wird wohl in den Genen weitervererbt, denn der Sohn von Peter Guess – Daniel – ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und in dem Unternehmen tätig als „Schlossermeister“, dessen Titel hochakademisch und sperrig lautet: „Meister – Metalltechnik für Metall- und Maschinenbau“. Daniel Guess ist Geschäftsführer und Leiter der Werkstätten. Die nachfolgende Generation führt das Unternehmen heute schon mit einer Innovationsfreude, dass es einem um die Zukunft nicht bange sein muss. Die Tochter Petra Guess ist für die kaufmännischen und administrativen Dinge im Büro zuständig und hält Vater und Sohn Guess sowie den angestellten Schlossern den Rücken frei.

Metallbau Galle Gemälde

Im Büro von Peter Guess hängt ein Gemälde von einem leider unbekannten Maler. Er dokumentierte das emsige Schaffen in der Werkstatt in der Anfangszeit des metallverarbeitenden Betriebes. Das Besondere an diesem künstlerischen Bildnis sind jedoch die dreidimensionalen Einfügungen von Stahlträgern (!) in das künstlerische Werk…

 

Metallbau Galle Gemälde Detail 1

…ein Detailbildnis…

 

Metallbau Galle Gemälde Detail 2

…welches im unteren rechten Bildabschnitt seine Formvollendung findet

Besagter Unternehmensgründer Willibald Gallé war ein findiger Zeitgenosse. Er entwickelte in den Anfangsjahren seines Wirkens in der Brückenkopfstraße eine Wäschehängevorrichtung. Auf dieser Konstruktion konnte eine Unmenge an Wäschestücken zum schnellstmöglichen Trocknen aufgehängt werden – in einer Zeit, in der es noch keine elektrischen Wäschetrockner gab, die diese Aufgabe erfüllen konnten. Der Platzbedarf der Wäschehängevorrichtung Gallés war relativ niedrig im Vergleich zu dem Flächenbedarf, bei dem das Waschgut auf einer Ebene aufgehängt wurde. Die Zielgruppe dieser Erfindung waren Institutionen mit einem häufigen Wäschewechsel und das waren damals und heute in aller Regel Krankenhäuser und Beherbergungsbetriebe. Bereits 1938 wurde diese Vorrichtung zum Patent angemeldet, welches in den 50er Jahren verlängert wurde und die sich so lange gut verkaufen ließ, bis besagte elektrische Wäschetrockner auf den Markt kamen.

Metallbau Galle Wäschetrockner Prospekt

Der Frischluft-Wandertrockner war wohl eine der genialsten Erfindungen von Willibald Gallé

Metallbau Galle Wäschetrockner

Ein undatiertes Lichtbildnis dieser platzsparenden Wäsche-Trockenvorrichtung – zumindest für damalige Verhältnisse

In der damaligen Zeit spezialisierte sich Gallé auch auf den hochprofitablen Bereich des Blitzschutzes.

Die über Jahrzehnte gesammelte Erfahrung – heute sagen wir „Know-How“ dazu – ist genau das, was einen Betrieb mit seinen Mitarbeitern auszeichnet: Das Können und die Erfahrung – durch hochqualifizierte Mitarbeiter weitergetragen.

Heute sind die Kernkompetenzen von Metallbau Gallé nicht nur die spanabhebende Fertigung – Drehen, Fräsen, Bohren und auch Schleifen – sondern auch Verformungstechniken sowie das Verbinden von Werkstücken.

Die zerspanenden Tätigkeiten werden heute vorzugsweise in den CNC-gesteuerten Maschinenparks durchgeführt. 5-Achsen-Dreh- und Fräszentren, das ist heute state-of-the-art wenn es darum geht, dass maßhaltigste Werkstücke in größerer Stückzahl und in relativ kurzer Zeit gefertigt werden. Ein nicht unerheblicher Nebeneffekt ist, dass die Stücke relativ preiswert hergestellt werden können. Der Techniker programmiert die Anlage – und den „Rest“ erledigt die Maschine wie von Geisterhand selbständig. Maßhaltigkeit und die Einhaltung der Fertigungstoleranzen, dass ist dann der abschließende Arbeitsprozess, um die Werkstücke aus den Dreh- und Fräszentren zu überprüfen. Mit diesem CNC-Maschinenpark ist das Unternehmen auch für die Zukunft bestens aufgestellt, denn die Lohnfertigung und hohe Stückzahlen bei genauester Maßvorgabe und deren Einhaltung nimmt einen immer höheren Stellenwert ein.

Metallbau Galle Hightech

Hightech vom Feinsten, welches eine absolut präzise Fertigung von Werkstücken erlaubt

Peter Guess und seine Mannen sind in der Lage, die unterschiedlichsten Materialien und Oberflächen durch Bohr-, Dreh-, Fräs- und Schleifbearbeitung in Form zu bringen.

Nicht zu vergessen – auch die seit alters her gebräuchliche Feile! Letztere wird an dem in den Schraubstock eingespannten Werkstück noch in Handarbeit genutzt.

Metallbau Galle Feile Impressionen

… aber zusätzlich ein Werkzeug, welches auch bei Technologie im Spitzensegment unerlässlich ist: Die Feile

Die hauseigene Endkontrolle bezüglich der Güte und Qualität, wie auch der Maßhaltigkeit der bearbeiteten Werkstücke hat einen hohen Anspruch und erlaubt eine äußerst präzise Serien- oder Sonderanfertigung aller Arten von Metallkonstruktionen. Sie werden einem sehr hohen Qualitätsmaßstab der Kunden gerecht.

Seit den Anfängen des Unternehmens ist ein wesentliches Segment der Firma Gallé das Verformen von Metallteilen. Mittels modernster Bearbeitungsmethoden und Maschinen werden im Betrieb runde, eckige oder wellenförmige Werkstücke hergestellt.

Das Zusammenfügen unterschiedlicher Stähle ist schon seit Anbeginn der Metallbearbeitung eines der wichtigsten Schwerpunkte. Alle Arten von Schweißarbeiten, Verschraubungen, Nieten und Klebungen sind das Grundhandwerkszeug eines jeden Stahl- und Metallbauers. Sie eröffnen mit dem Zusammenfügen verschiedenster Arten von Werkstücken eine völlig neue Dimension des kreativen Gestaltens. Besonders in der Architektur ergeben sich durch die Kombination von Metall, Holz, Kunststoff und Glas, aber auch mit Steinen, völlig neue Arten von harmonischen Gestaltungsmöglichkeiten.

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Schweißen – ein Standbein von Peter und Daniel Guess in den Werkstätten von Metallbau Gallé. Unerlässlich und mit absoluter Präzision

Diese Vielfalt an Bearbeitungsfertigkeiten und der hauseigenen Konstruktionsmöglichkeiten eröffnen für die Kunden eine Vielzahl an Möglichkeiten und ermöglichen ihnen völlig neue Planungsansätze.

Die Kompetenz und die Innovationskraft für Metall-Konstruktionen hat Gallé in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf eingebracht, der dem Motto gerecht wird: Geht nicht – gibt´s nicht!

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In einer der Hallen, in denen Unmögliches möglich gemacht wird

Das ist wahrhaft das Paradies für jeden Metaller, wobei die größte Stärke des Meisterbetriebes Gallé sein mag: Es kommt alles aus einer Hand. Der Kunde kommt mit einer Idee oder einer Vorstellung, und die Konstrukteure, Schlosser und Metallbauer kümmern sich um alles: von der Konstruktion, über die Prototypenherstellung, bis zur eigentlichen Fertigung – sei es nun eine Einzelherstellung oder eine Serienfertigung – inklusive der maßhaltigen Endkontrolle bis hin zur Auslieferung.

Es ist eigentlich egal, was gefertigt werden soll: Swimmingpools, Zughaltestationen, Fassadenkonstruktionen und gesamte Gebäudefassaden, Anlagenbau, Labore aus Edelstahl; selbst Kleinbahnen wurden in der Werkstatt von Peter Guess mit seinen Mannen schon hergestellt. Die Kundenliste, welche die Firma in ihren Auftragsbüchern vorzuweisen hat, liest sich wie das who is who der österreichischen Unternehmen und Institutionen. Kein Wunder, denn Metallbau Gallé ist auch für den Stahltragwerksbau zertifiziert.

Bei Peter Guess arbeiten keine Betriebswirte und Controller, sondern innovative Handwerker. Handwerker, die wirklich das beherrschen, womit sie täglich zu tun haben und die Qualität in Perfektion und exzellenter Güte liefern. Das findet man heute nur noch sehr, sehr selten. Wo ein Wort noch etwas gilt und der Fertigstellungstermin nicht nur eine leeres Versprechen ist. Wo die gefertigten Stücke auch exakte Passgenauigkeit haben – wenn´s gewünscht ist, auf das 1/1000-stel.

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Bohrer, die für den nächsten Einsatz an einer der CNC-Fertigungsstraßen auf ihren Einsatz warten

Wir müssen uns heute wieder die Frage ins Bewusstsein bringen, was wichtiger ist: Das Zahlenwerk der Betriebswirte oder die exakte, präzise und pünktliche Herstellung von Werthaltigem; Nadelstreifenanzug oder das Arbeitsgewand? Wer bringt mehr Nutzen für alle – der nach teurem Luxusparfum riechende Manager oder der nach Metallbearbeitung duftende Handwerker?

In den letzten Jahrzehnten ist ein Ungleichgewicht zugunsten der Nadelstreifen-Fraktion entstanden – das ist schade und traurig, denn solche Handwerksbetriebe leisten Elementares, wobei die Zahlenakrobaten und die immer weiter um sich greifende Seuche der Bürokratie über kurz oder lang solche Stützen der Volkswirtschaft zerstören.

Man denke hier nur exemplarisch an den ehrenwerten Stand der Bauern…! Sie sitzen heute zwangsweise stundenlang vor dem Computer, um irgendwelche, „gesetzlich“ vorgeschriebenen, administrativen und bürokratischen Exzesse zu befriedigen, anstatt ihrer eigentlichen, sinnvollen Aufgabe nachzukommen – nämlich auf dem Feld oder im Stall zu sein, um für die Bevölkerung Nahrungsmittel zu erzeugen. Wenn wir diesen Stand eines Tages nicht mehr haben sollte: Dann gute Nacht! Ich denke, das Maß ist voll! Wir müssen umdenken lernen und zwar rasch, und manche sagen nicht ohne Grund, es wäre nicht fünf vor Zwölf, sondern schon kurz nach Zwölf…

Das Umdenken ist notwendig, es geht uns alle an, damit wir auch morgen noch von den kleinen und mittelständischen, heimischen Betrieben unsere Aufträge fertigen lassen können. Die jetzige Entwicklung ist schädlich und beängstigend – man denke z.B. an die mangelnde Nahversorgung auf dem Land oder an das massenhafte Geschäftesterben in den Städten! Wenn das so weitergeht, kann das existenzbedrohend für die Bevölkerung sein. Der Frustration darüber erhöht sich bei den Menschen immer mehr und hier muss sich jeder verantwortungsbewusste Mensch an die eigene Nase fassen und überlegen, was künftig zu tun und zu lassen ist.

Wie sagte mal ein Handwerksmeister vor Jahrzehnten zu dem Chronisten: „Das Teurere ist immer noch das Preiswertere!“ Und das stimmt…! Nicht nur wegen der Qualität – und damit der Langlebigkeit – sondern auch wegen der persönlichen Beziehung Lieferant – Kunde. Ich möchte das kurz mit einem Beispiel illustrieren: Da war einmal eine Kundin in einem Baumarkt auf der sprichwörtlichen Grünen Wiese und kaufte sich dort – nach einer Beratung, da sie sich in der Metallkunde nicht auskennt – eine Edelstahlstange für ihr Heim. In Ermangelung einer Bohrmaschine suchte sie den Metallbauer um die Ecke auf, der ihr diese Löcher auch bohrte – kostenfrei übrigens. Und was stellten der Profi auf den ersten Blick fest? Verzinktes Stahlblech… da fällt einem nun nichts mehr ein.

Oder nehmen wir uns ein renommiertes Architekturbüro vor, das die Bemaßung auf den Plänen wider jegliche Norm gesetzt hat und das damit eine abstruse Arbeitsgrundlage geschaffen hatte, wodurch eine saubere und korrekte Herstellung der geplanten Verblechung nahezu unmöglich war. Das ist leider die traurige Realität.

Wir Menschen müssen uns wieder auf das Bodenständige und Ehrliche besinnen anstatt auf das zu hören, was uns die Werbe- und Marketingindustrie suggeriert, denn diese dient nur den großen und meist international operierenden Konzernen.

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Ohne Rechner geht heute gar nichts mehr. Die Zeiten, in denen die Werkstücke „Pi mal Daumen“ gefertigt wurden – die sind schon längst vorbei

Es ist absolut elementar und wichtig, dass es solche Unternehmen wie das Metallbauunternehmen Gallé mit Peter und Daniel Guess gibt, solche Unternehmer gehören zu den wesentlichen Stützen unserer Gesellschaft; nicht nur aufgrund ihrer sozialen Verantwortung als Arbeitgeber, sondern auch als Lieferanten werthaltiger Erzeugnisse.

Und dafür steht Metallbau Gallé.

Kompetente Kundenberatung und deren verantwortungsvolle Betreuung von A bis Z sind keine leeren Worthülsen, sondern gehören für Peter und Daniel Guess zur Verkörperung ihrer Berufsehre, sowie zu ihrer inneren Grundhaltung, welche Werte wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Aufrichtigkeit hochhält.

Wenn Metall auf Erfindergeist trifft“ lautet das Motto von Metallbau Gallé und dem ist nichts hinzuzufügen!

 

Wir möchten die geneigten Leserinnen und Leser im Folgenden – unkommentiert und ohne Bildunterschriften – mit einzigartigen Impressionen beglücken.

Es sind Lichtbilder entstanden, die an Aussagekraft das widerspiegeln, was das Wundervolle eines solchen Betriebes ausmacht: Ein unnachahmlicher Charme!

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Im Internet:

Metallbau Gallé

 

Text & Fotos: Ulrich Bänsch

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