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HARRO Rennweste – Der Kultklassiker aus den 60er und 70er Jahren

Was ist Kult? Aus populärphilosophischer Betrachtungsweise beleuchtet ist es ein Gegenstand, eine Weltanschauung eine Philosophie etwas, das in den nahezu unantastbaren Adelsstand des „Kult“Status erhoben wurde und niemand mehr darüber befinden muss, ob es gut oder schlecht, zweckmäßig oder unzweckmäßig, schön oder hässlich ist, es ist ganz einfach IN, HIP… Kult!

Urplötzlich ist die Erinnerung wieder da: Ich denke wieder an die Schulzeit an jenem höheren Stuttgarter Bildungsinstitut, das ich mit meiner Anwesenheit beglücken durfte. Jeder, der damals Mitte der 70er Jahre was auf sich hielt, fuhr mit 16 vorzugsweise die giftgrüne Kreidler Florett RS mit M-Lenker – das obligatorische, ultimative Statussymbol der Heranwachsenden – den Integralhelm locker in der Hand, die obercoole Sonnenbrille auf der Nase und trug… eine Lederjacke: Die HARRO Rennweste! Man wollte es den Motorradlern gleichtun, wenn´s dann schon altersmäßig noch nicht zu einer CB 750, der BMW R 90 S, der zweitaktenden 3-zylindrigen Suzuki GT 750, oder der 900er Kawa reichte, so wollte man doch vom Habitus her zu den „Großen“ dazugehören. Und da machten natürlich auch die gepolsterten Schulterpartien ordentlich was her.

HARRO – der Konfektionär feinster Leder- und Textilbekleidung für den Motorradfahrer – ist ja für sich betrachtet schon ein Stück Motorrad-Geschichte. Ganze Generationen fuhren und fahren im Gewand des Schwarzwälder Unternehmens. Die Firma HARRO (Ernst HARr/ROhrdorf) kann in ihrer Familiengeschichte auf über 300 Jahre Gerberei-Handwerk und Lederverarbeitung zurückblicken. Die Manufaktur wurde 1944 von Ernst Harr gegründet, ergo stand 2004 das 60-jährige Firmenjubiläum an, das entsprechend gefeiert wurde!

In den Anfängen standen „funktionale Leder- und Pelzbekleidung“ auf dem Produktplan.

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Praktisch und elegant. Die erste Rennweste von 1954 (rechts) war noch aus grünem Leder und mit zeittypischen Paspeln versehen

Nach dem Krieg fand der Wunsch eingefleischter Motorradler nach zweckmäßiger und robuster, wetterfester Bekleidung bei HARRO offene Ohren und bereitwillige Mitarbeiter, die sich auf das Experiment einließen. Und so war der weitere Weg schon vorgezeichnet. In der Überlieferung steht geschrieben, dass Ernst „Klacks“ Leverkus eine der treibenden Kräfte für diese Entwicklung gewesen ist, da es auf dem Markt keine spezielle, auf des Motorradlers Bedürfnisse zugeschnittene Kleidung gab. Heute produziert HARRO fast ausschließlich Motorradbekleidung. Ein weiterer wichtiger Produktionszweig des Unternehmens ist die Auftrags-Fertigung für die öffentliche Hand.

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Anfassqualität. Kräftiges Rindleder mit 1,1 bis 1,3 Millimeter Dicke wird für die Rennweste verarbeitet

Anfang der 50er Jahre brachten die Rohrdorfer – deren Firmensignet das Malteser-Kreuz-Symbol ist – die legendäre „Rennweste“ mit der Artikelbezeichnung „Nr. 120“ auf den Markt. Endlich gab es sie: die robuste, sportlich geschnittene Allwetter-Motorrad-Jacke! Sie wird bis heute nahezu unverändert produziert. Wie diese Jacke zu ihrem Namen kam, weiß heute keiner mehr so recht – wahrscheinlich sollte er das Schnitt-Design unterstreichen und das potenzielle – sportliche – Klientel ansprechen. Am Anfang wurde für die Rennweste Schafsleder aus der eigenen Gerberei verwendet, später robustes Rind- oder geschmeidiges Kalbinleder, heute wird die Rennweste ausschließlich aus 1,1 – 1,3 mm starkem Rindleder gefertigt. Etwa drei qm Leder – natürlich auch abhängig von der Konfektionsgröße – muss für eine Jacke herhalten. Bis auf einige maschinelle Arbeitsschritte wird sie ausschließlich in Handarbeit gefertigt.

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1960 hat die Rennweste fast ihre endgültige Form erreicht

 

Die Modellpflegemaßnahmen lassen sich an einer Hand aufzählen: War sie Anfang der 50er Jahre ausschließlich in Grün erhältlich, wurde sie später fast nur in schwarz ausgeliefert. Drei schmale verstellbare Schnallen für den Nierenschutz mussten den zwei moderneren, breiteren weichen. Die paspelierten Kunststoffkeder und die geflochtenen Schulterklappen gibt es heute auch nicht mehr. Seit den 70er Jahren wird die Rennweste auch dem weibliche Klientel offeriert. Da bei HARRO kaum etwas unmöglich ist, konnte der Kunde sie in allen nur erdenklichen Farben ordern (ohne Aufpreis!), auch Maßanfertigung ist möglich.

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Qualität aus Germany. Das ist nun auch schon lange her. Kenner bedienen sich deshalb am Gebrauchtmarkt

Die Blütezeit der Rennweste waren die 60er und speziell die 70er Jahre, als man bei HARRO die Nachfrage fast nicht mehr befriedigen konnte und sie den Händlern förmlich aus den Händen gerissen wurde. Speziell von den sportlich orientierten Motorradfahrern, aber auch von den Mokick- und Kleinkraftradfahrern dieser Generation. Die Rennweste war wie die Tourenkombi „Assen“ ein wichtiger Umsatzträger der Rohrdorfer. Weltweit fand und findet sie begeisterte Träger, das Hauptabsatzgebiet aber ist Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bei der Markteinführung kostete die Rennweste etwa 100 DM. Für damalige Verhältnisse war das ein kleines Vermögen. Heute wird sie für 267,00 EUR feilgeboten. Speziell nostalgisch angehauchte Motorradfahrer kaufen sie heute wieder… die über 100.000-fach produzierte Rennweste.

Produziert wird die Rennweste seit Mitte der 90er Jahre in Tunesien – na man kennt das ja: Kostenminimierung. Das dortige Tochterunternehmen fertigt allerdings unter deutscher Leitung. Das gute alte Etikett „Made in Germany“ hat wohl – leider wie bei anderen Herstellern auch – langsam aber sicher ausgedient!

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Liebevolle Details wie die durchbrochene Zuglasche am Zipper dieser Rennweste aus den achtziger Jahren machen den Charme von „altem Leder“ aus

Die HARRO Rennweste hat sich still und heimlich zum Kultobjekt, zum Kultklassiker entwickelt wie die Motorräder aus den Jahren, als die Jacke ihre Blütezeit erlebte. Wer sie sich heute zulegt, für den ist es auch eine Reminiszenz an die eigene Jugend und urplötzlich werden Erinnerungen wach… Siehe oben.

Entstanden ist die Rennweste in einer Zeit, in der die ritterrüstungsähnlichen-protektorenbewehrten-Ganzkörperkondome noch so fern waren wie der Mond von der Erde. Sie steht in krassem Gegensatz zu dem heute Angebotenen an Gewändern für den Motorradfahrer. Ganz das Gegenteil zu den hyper-neonfarbenen-sponsorenbebappten-Superstramplern im schrillen Papageiendesign…ein wohltuender Farbtupfer in Schwarz, etwas außerhalb der zeitgenössischen Norm. Unkonventionell eben!

Die Aura der HARRO Rennweste ist auch heute noch einzigartig. Das Aroma des olfaktorisch würzigen Lederduftes, ein Odeur, das die Sinne verführt, das Knautschen und Knarzen des Leders, unnachahmlich. Genussaroma pur, das akute Suchtgefahr in sich birgt und dem Motorradeln zum letzten Kick verhilft. Der Zeitreisefreak taucht ein in eine andere Dimension, die Kultikone ist nichts für die Aufbewahrung im heimischen Veteranenschrein, sie gehört auf die Straße. Die Jacke sitzt wie angegossen, biodesign-orientiert nennt man das heute. Sie ist aus dickem, derben Leder in schlichter Strenge, nüchtern, sachlich, robust, qualitativ hochwertig und langlebig, fast unkaputtbar. Bei etwas Pflege hält sie ein Leben lang.

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Zugfrei. Der „Rennkragen“ mit dreifachen Druckknöpfen sieht lässig aus und funktioniert ohne Fummelei

Natürlich werden einige Bedenkenträger und Kritikaster wieder was zu mäkeln haben: Keine Protektoren an dem historischen Gewande! Ich will´s mal so ausdrücken, die Rennweste steht unter Denkmalschutz! Und wer was für seine passive Sicherheit tun möchte, der soll halt ein Protektorenhemd drunterziehen.

Riskiert der geneigte Leser mal einen Blick in das Versteigerungs-Internetportal eBay, so wird er feststellen, dass die Rennweste auch eine Wertanlage darstellt: Gebrauchte und in die Jahre gekommene Jacken werden dort zu Preisen ab 100 € angeboten. Auch fernöstliche Kopien – selbstredend neu und dem Original äußerst ähnlich – werden dort versteigert.

HARRO – eine schwäbische Erfolgsgeschichte, die sich mit DER Rennweste ein Denkmal gesetzt hat. Und dass gerade solch ein Motorrad-Kultur-historisch bedeutendes Bekleidungsstück heute noch hergestellt wird, ist nicht hoch genug zu schätzen und anzuerkennen, denn in unserer heutigen Zeit ist das einzig Konstante die Veränderung.

 

Um der Chronistenpflicht genüge zu tun, ich hab´ jetzt auch eine; meine Rennweste. Noch während ich über die Historie der Rennweste recherchiert habe, habe ich mir eine gekauft. Neu und original. Ich musste sie ganz einfach haben!

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Rennweste Typ 120. Richtig schön wird sie erst nach rund 20 Jahren. Dann ist sie gut durchgeknautscht, ein bisschen angeschabt und hat meistens ebenso viel erlebt wie ihr Besitzer. Tipp: Wenn das Leder durch Schweiss pergamentartig steif geworden ist, hilft Waschen auf 30 Grad und anschließendes Einfetten mit Nivea-Körpermilch

DIE standesgemäße Bekleidung für den Klassik-Fan! Dieses Stück Motorradkultur der 60er und 70er Jahre ist was Wahres und Echtes, ein Artefakt der Lederfigaros, die wussten worauf´s ankommt. „Retro“ ist zur Zeit en vogue. „Retro-Design“ heißt die magische Zauberformel, vielleicht ist „Retro“ sowohl das Synonym anders sein zu wollen, nonkonform, als auch eine temporäre Flucht in eine vermeintlich bessere „Gute alte Zeit“. Ob man sie nun erlebt hat oder nicht ist egal. Es sind die bleibenden Werte, die das Leben schön machen. Da wirste fast schon zum Poesie-Pilger (sic!)

Die Firma HARRO – sie musste sich – leider – dem Diktat der Marktwirtschaft beugen. Sie gibt es heute in der Form wie sie die eingefleischten Motorradler kennen nicht mehr. Sehr schade.

Ach übrigens: Die Harro Rennweste eignet sich auch vorzüglich als extravagantes Modeaccessoire für einen Opern Besuch. Eine Bekannte zieht dieses Bekleidungsstück immer an!

 

Text: Ulrich Bänsch

Fotos: Jochen Soppa

8 Kommentare

  • Gert Dieter Geissler sagt:

    Toller Artikel – bin ganz zufällig darüber gestolpert, alls ich einen Artikel über die Moped-zeit der 70er und das damalige Lebensgefühl auf unseren 50ern schrieb – nachzusehen/-lesen unter

    http://www.von-zeit-zu-zeit.de/index.php?template=bild

    titel:

    KREIDLER Mopeds der späten 70er Jahre aus Kornwestheim

    was ich gerne erfahren würde, wo Sie denn aktuell eine neue (!) Rennweste aufgetrieben haben, denn ich suche schon länger nach einer in Grösse 54 – und gebraucht sind sie nur bis Grösse 52 zu finden – Danke für kurze Rückmeldung, wo Sie Ihren Kultklassiker noch heute neu (!) gekauft haben!

    Ansonsnten – Prima Artikel – Thumbs up !!!! Gert D. Geissler (Fahre u.a. auch heute noch hie Kultklassiker der 70er Jahre-Kawasaki Z1, Suzuki GSD 750 etc. – Zeitlos !!!

  • Redaktion Klassik-Lust sagt:

    Lieber Herr Geissler,

    vielen Dank für Ihren Kommentar über den wir uns sehr gefreut haben! Die Rennweste, sie ist einfach Kult!
    Unser Autor hat sich die Rennweste in Größe 54 im Jahre 2004 bei HARRO anfertigen lassen. Sie ist neu!
    Vielleicht trennt er sich von dem guten Stück und sie würde Ihnen eventuell passen?
    Schicken Sie doch bitte Ihre Telefonnummer an unsere E-Mail-Adresse: redaktion@klassik-lust.de
    Mit herzlichen Grüßen
    Ihre Klassik Lust Redaktion

  • Geissler, Gert Dieter sagt:

    Hallo – also wenn das mal kein Zufall ist – ich bin wirklich auf der Suche nach einer gut erhaltenen/neuwertigen Rennjacke Größe 54! Das ist genau meine Größe, also wenn das kein Zufall ist!

    Und in der Größe ist die zeitlose Lederjacke eher selten …

    Daher: Ja klar, die Rennweste von Herrn Bänsch würde ich sehr gerne übernehmen – wir werden uns da auch sicher preislich einig, Qualität hat nun mal Ihren Preis – werde umgehend eine Mail an Herrn Bänsch schicken, und wenn die Jacke noch so gut aussieht, wie auf dem Bild in ihren Artikel (evtl. ist das ja genau die Jacke ?) then „we have a deal“!

    und da ich den Kommentar zu Ihrer prima Website unterwegs im ICE auf dem I-Pad geschrieben hat, ist er leider mit Tippfehlern aber vor allem einem „dead Link“ verlinkt – daher habe ich Ihnen meinen genzen Artikel zu dem Thema Youngtimern aus unserer/meiner Sicht mal rein kopiert –

    evtl. mag das ja mal jemand in Ruhe und in Gänze lesen !

    http://www.von-zeit-zu-zeit.de/index.php?template=bericht&media_id=8873&ref=latestmedia

    Motorrad-Youngtimer

    KREIDLER Mopeds der späten 70er Jahre aus Kornwestheim und
    Lederjacken von HARRO aus dem Schwarzwald werden zu Kult

    Ende der 70er Jahre waren ein Moped, resp. gar eine 50er KREIDLER der absolute Traum der Jugendlichen … da ging schon was, mit 6,25 und weltmeisterlichen Genen aus Kornwestheim …
    Gone are the days .. geblieben sind tolle Erinnerungen, von legendären 2-Rad-Rennen auf den kurvigen Sträßchen zum Bund /Münsingen auf der Alb, durchgescheuerten Hosen, vom Gepäckträger verlorenen Schulranzen etc. pp. und heil geblieben sind wir zum Glück auch, die zerstürzten Anbauteile, waren damals billig und ein echter „Kerl“ (das Wort cool gab es damals noch nicht ..) legte Wert auf „authentische Sturz-/Scheuer-Spuren“ an seiner (damals sau-teuren!) Harro-Lederjacke (die damals noch im Schwarzwald/Forbach produziert wurde); und auch die schwarzen Lederstiefel/ -Sohlen hatten gefälligst außen vom Scheuern entlang der Kurven-Innenseite auf der Straße deutlich abgeschliffen zu sein

    Aber auch angeschliffene Fußrasten am Moped, oder auch mitunter durchgewetzte Lichtmaschinendeckel zeigten, dass man mit dem Motorrad verdammt sportlich fahren konnte, so man sich nur traute und in Stuttgart die Straßenbahn-Schienen und (tückischen !) Kanalldeckel besser kannte und (speziell bei Nässe !) gebührend respektierte;
    denn damals wurde (im Gegensatz zu den Schönwetter-Harleyfahrern heutzutage die mit piekfeinem Lack und Chrom bestenfalls mal zum Cafe Glemseck cruisen) durchaus noch fast das ganze Jahr durchgefahren – und im Wagenburg- und Schwabtunnel (durch den seinerzeit noch die Straßenbahn-Linie 8 zuckelte) konnte „Mann“ mal so richtig am „Kabel ziehen“, weil die Tunnelröhren den Motor-Sound so toll reflektierten – sehr zum Ärger der „Blechbüchsenbeweger“ in Ihren Opel Kadett, Rekord oder auch /8 von Daimler …
    sprich: es wurde geheizt, was der Asphalt, oder schlimmstenfalls das Kopfsteinpflaster (das es damals noch häufig in der Landeshauptstadt gab) hergab …
    Das völlig unnötige „Speedlimit auf Land- und Bundesstraßen“ kam bei uns dummerweise bereits im Herbst 1972, was uns damals aber partout nicht einleuchten wollte;
    das lag vielleicht an dem vielen Zeugs, das damals so (natürlich nicht von uns!) geraucht wurde – wir begnügten uns mit einer blauen Coulouis (bout Filtre) Kippe – die konnte man mit etwas Übung sogar unterm Helm rauchen „Bikes waren Ende der 70erJahre/neben Pink Floyd, Golden Earring, Status, Quo, Deep Purple und anderen Rock-Gruppen „Mega-in“ ! – Coolness war schon damals Pflicht !

    Ach ja, die Motorradjacken von damals sind heute wieder -teilweise sauteuer in Retro/ Vintage Läden zu erstehen:

    ich glaube es gab früher für uns Jungs keine anderen als die ultimativ klassische schwarze Motorrad-Jacke aus dem Schwarzwald:
    Die Harro Rennweste mit Teddyfutter (oder auch nicht) und zwei Schnallen oder in der ganz alten, echten Klassik Ausführung mit drei Metalschnallen vorne – absolut zeitlos aus dem Schwarzwald !
    Und da wir schon seinerzeit gerne mal via Calw und Bad Liebenzell ein bißchen über die schön kurvigen Schwarzwaldstrassen am Sonntag (nach dem obligatorischen Motorrad-Treff am Glemseck) hinauf „räuberten“ – mit einer Stippvisite runter zum Schluchsee/Südschwarzwald oder Baden-Baden, da konnte man dann auch in Forbach bei HARRO mal nach neuen Lederjacken gucken, oder in Urach (seinerzeit noch ohne das „Bad“) einen neunen Sport-Lenker („M“-Lenker oder so) oder Gabel-Stabi holen …
    Internet gab es damals (zum Glück !?) noch nicht, war alles etwas authentischer und nicht so oberflächlich – meine 50 cents …
    Ansonsten fällt mir noch ein daß die berittenen Jungs vom (damals noch) „grünen Trachten-Verein“ /Raureiter genannt/ von uns schon damals: „Spielverderber/Rennleitung in grün“ tituliert, schon seinerzeit alle eine „beamtete Gummikuh“ (sprich: lenden-lahme BMW mit butterweichen Federelementen…) fuhren, und auch auch alle in einer frosch-grünen (Igitt !!) HARRO-Kombi über die Autobahnen der Republik, oder gelegentlich auch als Eskorte vor dem Bundes-Präsident oder der engl. Queen vor deren Mercedes 600 Staatskarosse her tuckerten …

    Ansonsten weiter so mit Ihren inspirierenden Beiträgen in Klassik-Lust –
    das Thema Retro/Vintage Bekleidung wurde auch in einem recht netten Artikel in der Augabe 1 der FUEL Life-Style-Mag in Stuttgart beschrieben ..
    – und wenn Sie mal einen Beitrag / Artikel über 30 Jahre auf SUZUKI GS unterwegs /(auch in Dubai, während meiner Zeit bei EMIRATES als Pilot auf SUZUKI GS 850 G in der Wüste unterwegs …) lesen wollen oder aber mein anderes Hobby: die klassischen Cameras von ZEISS-IKON aus Stuttgart, die es immerhin nicht nur in meine Vitrine geschafft haben (Contarex, Cotax, Contaflex etc.) sondern aufgrund Ihrer Welt-Spitzen-Optik durchaus auch in den Weltraum geschafft haben (1965 – Gemini Mission mit Ed White …) all dies habe ich mal in dem von-zeit-zuzeit Forum eingebracht, mit durchaus interessantem Feedback – es gibt Sie also noch da draussen: die Klassik-Liebhaber (wie mich) auf 2 oder 4 Rädern, und künftig evtl. auch wieder mit einer tollen HARRO-Rennjacke ausgestattet (die kann ich evtl. direkt bei Ihnen in Stuttgart abholen, oder man Sie ggfs. direkt bei meinem Bruder: Dr. Wilfried Geissler/Arzt in Stuttgart Möhringen, Oberndorfstr. 65 in der Praxis abgeben) – der hat neben meiner klassischen SUZUKI GS 750 E Bj. 1981 (ein der allerletzten im absolut Originalen Quasi-Neuzustand (!) ca. 18 Tsd. km und wird regelmäßig von mir bewegt) auch noch / als Stuttgarter/ ein halbes Dutzend Motorräder / Mopdes der Möhringer Firma UT und der legendären Fa. Maico in seiner TG stehen …

    Aber evtl. kann ich Sie ja auch direkt in Ihrer Redaktion in Stuttgart besuchen, sollte Sie sich von Ihrer Harro rennweste trennen, da ich (als gebürtiger Stuttgarter) regelmäßig in Stuttgart bin/wohl auch wieder in der ersten Nov. Woche … Ich melde mich beizeiten bei Ihnen & bis dahin:

    Gute Zeit: Gert D. Geissler

  • Stefan Moser sagt:

    Hallo Zusammen,

    es gibt jetzt wieder eine Möglichkeit die Rennweste neu zu erwerben. Es gibt in Nagold eine Firma die die Rennweste wieder produziert. Die Telefonnummer der Firma ist 0157/92347544. Ich gehe meine neue Rennweste heute abend anprobieren. Meine Alte ist mittlerweile 30 Jahre alt und leider durch das lange im Schrank hängen etwas eingegangen und passt nicht mehr.

  • Stefan Seifert sagt:

    Schöner emotionaler Artikel! Nach dem Lesen habe ich meine Rennweste wieder aus dem Schrank geholt und näher betrachtet. Dabei ist mir aufgefallen, dass die neue Rennweste aus Nagold in einigen Details anders verarbeitet erscheint als die gute Alte. Ob dies vor allem der einfacheren, also günstigeren, Herstellung geschuldet ist oder zweckdienliche Gründe hat, vermag ich leider nicht zu sagen. Ein Beispiel sind die (subjektiv unschönen) durchgehenden Schulternähte und die Druckknöpfe an dem Lederstück welches die beiden Schnallen des Nierengürtels halten. Damit hängen die Schnallen beim Laufen mit offener Jacke nicht so herunter. Hat jemand zu diesen Änderungen zum Original mehr Informationen?
    Meine neuwertig anmutende Rennweste (lt. Etikett Sonderanfertigung in Gr. 58 von 7/75) hat als Hauptreissverschluss einen RiRi ohne HARRO Zipper verbaut, und an den Taschen und Ärmelverschlüssen andere Zipper als hier abgebildet. Sie werden nach oben konisch breiter und haben nur eine Öffnung oben. Der Markenname HARRO mit Malteserkreuz ist auf diesen Zippern erhaben ausgeformt. Hat jemand mehr Detailinformationen zu den Änderungen an der Rennweste zwischen den 60er und 80er Jahren?
    Ich würde mich über weitere Informationen freuen – denn Kult leben bedeutet für mich sich auch intensiver mit dem Kultobjekt zu beschäftigen.

  • Günther Schlenker sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich frage an, ob Sie Reparaturen ( speziell Reisverschluss erneuern ) durchführen und die ca. Reparaturkosten
    mitteilen können.

    Im voraus besten Dank

    G. S.

    • Redaktion sagt:

      Wir führen keine Reparaturen durch, da wir uns auf das „Schreiben“ konzentrieren.
      Herzliche Grüße
      Redaktion Klassik Lust

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