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Das G-Modell – Ein Mythos

Irgendwie wird man das Gefühl nicht los: Das G-Modell existiere schon seit den Anfängen der automobilen Fortbewegung mittels Verbrennungsmotoren, es sei schon immer da gewesen und es würde es auch weiterhin fabrikneu geben…

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Der lange 4-Türer Station Wagen

In der neueren Nomenklatur von Mercedes-Benz wird das G-Modell mit „G-Klasse“ bezeichnet, ich werde aber in nachfolgender Betrachtung bei der für mich wertigeren Bezeichnung „G-Modell“ bleiben. Dass es diesen Meilenstein in der automobilen Historie immer noch gibt, ist der Tatsache zu verdanken, dass die entsprechende Nachfrage seitens des Militärs immer noch ungebrochen ist.

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Der „kurze“ 2-Türer

Über das G-Modell sind in den letzten Jahrzehnten unzählige Bücher und Beiträge in allen erdenklichen Print-Medien verfasst worden, so dass wir uns nicht so sehr auf die geschichtlichen Details kaprizieren wollen, sondern einen kurzen Überblick als mögliche Kapitalanlage, die zudem einen äußerst praktischen Nutzen im Alltag aufzuweisen hat, geben möchten.

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Das Reserverad außen an der Hecktüre, das ergibt mehr Stauraum im Innenraum

Geht nicht, gibt`s fast nicht. Wie steht es in dem kleinen Büchlein „Die Geländewagen der G-Klasse“ von Mercedes-Benz? „Echte Charaktertypen haben Ecken und Kanten.“ Dem ist absolut nichts hinzu zu fügen. Das ist kein weichgespülter SUV sondern ein reinrassiger, kerniger Geländewagen par excellence! Ich verwende hier ganz bewusst den Terminus Geländewagen, denn er wurde für den harten Überland-Einsatz konzipiert. Bloß: Das Vehikel ist kein Kostverächter – besonders in der Stadt. Ein Luftwiderstandsbeiwert wie die Eigernordwand und durch die bauartbedingte Robustheit sowie auf unkaputtbare Langlebigkeit ausgelegt, schleppt er natürlich ein gewisses Maß an Lebendgewicht mit sich herum.

Die Geländewagenikone wird seit 1979 im steirischen Graz in Österreich gebaut. In seinen Anfangsjahren hatte die Fabrikationsstätte noch den klangvollen und traditionsbewussten Namen „Steyr-Daimler-Puch“, in der Zwischenzeit trägt sie die nüchtern erscheinende Bezeichnung „Magna-Steyr“, was auf diverse Eigentümerwechsel zurückzuführen ist.

 

G-Modell 4 03.09.2015Der Beobachter sieht dieses Unikum nicht oft – was durchaus auch mit seiner nicht gerade übermäßig produzierten Stückzahl zu tun hat. Es gab das G-Modell – und gibt es noch – in 3 Karosserievarianten. Das in Massivbauweise hergestellte Fahrzeug wird mit zwei unterschiedlichen Radständen von Beginn an nahezu unverändert gebaut, sieht man von ein paar marginalen Facelifts einmal ab, die jedoch den wesentlichen Kern wenig berühren.

Es gibt den kurzen 2-Türer (Station Wagen kurz) geschlossen sowie offen als Cabrio und den Station Wagen lang als 4-Türer (bei den Türen habe ich in der Betrachtung die obligatorische Hecktüre bei den geschlossenen Versionen nicht mit dazu gerechnet). Zudem gab es die Langversion auch als Pickup. Das G-Modell wird für die unterschiedlichsten Einsatzansprüche in verschiedenartigen Varianten gefertigt – z.B. als Sonderfahrzeuge für das Militär und die Kommunen.

 

In Österreich wird das G-Modell unter der Marke Puch, in Deutschland unter Mercedes-Benz vertrieben. Die Fahrzeuge, welche bei der Bundeswehr ihren Dienst verrichten, heißen „Wolf“, bei unseren französischen Nachbarn lautet der Name des Geländekraxlers „Peugeot P4“.

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Der Motorraum ist gut gefüllt: Der 350 GD Turbo 6-Zylinder-Diesel mit 136 PS, 307 Nm Drehmoment und Automatikgetriebe

Mit diesem extrem robusten Geländewagen ist man auch in der klassischen, äußerst spartanisch ausgestatteten Grundversion immer gut angezogen. Ein Lifestylelaster par excellence, der zudem ungewöhnlich langlebig ist, und ich wage einmal zu behaupten: Dass der Eigner jahrzehntelang seine Freude damit haben wird. In unserer heutigen, allzu schnelllebigen Zeit, mit allzu kurzlebigen Gebrauchsgegenständen ist dies ein unschlagbares Argument, auch wenn die Preise für Neu- und speziell für Gebrauchtfahrzeuge nicht gerade als günstig bezeichnet werden können. Und außerdem: Mit dem G-Modell macht man nicht nur im Gelände oder vor dem Pferdeanhänger, sondern auch vor der Oper eine exzellente Figur.

Die Nicht-Puristen können das G-Modell in mehreren Motorvarianten ordern – mitsamt allen bekannten elektronischen Annehmlichkeiten, sowie edelstem Interieur. Die Ausstattungsmöglichkeiten sind für ein Automobil dieser Preiskategorie entsprechend, so dass einer Expedition in hochwertigem, komfortabelstem und behaglichem Luxus-Ambiente absolut nichts im Wege steht.

Diesem Fahrzeug blieb bis heute eine Windkanal-weichgespülte Formgebung erspart, sodass seine ursprüngliche Silhouette bis heute erhalten blieb.

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Der 2-Türer als Cabrio. Besonders charmant wenn man damit in den Bergen unterwegs ist

 

Angebotssituation

Sie sind alles andere als preiswert. Auch Gebrauchtfahrzeuge mit zum Teil hoher Kilometerleistung auf der Uhr. Aber, und das ist das Wichtigste: Langlebig und robust.

Und was bei einer Anschaffung zudem noch bedacht werden sollte: Der Wiederverkaufswert.

 

KLASSIK Lust Profil

Das G-Modell ist aus unserer Sicht ein durchaus lohnendes Investment, nicht nur aus Gründen seiner vielfältigen Einsatz- und Nutzungsmöglichkeiten, sondern weil er etwas ganz Besonderes ist und weil ihm sein stil- und charaktervoller Auftritt über die Jahre seiner jahrzehntelangen Produktion nicht weggeschliffen worden ist. Das G-Modell hat ein zeit- und klassenloses Prestige und Image und kann als Meilenstein der automobilen Historie bezeichnet werden.

Konnte das G-Modell der Anfangsjahre seinen Nutzfahrzeugcharakter nicht leugnen, so wurden die Ausstattungselemente im Laufe der Jahrzehnte immer luxuriöser, sodass sich das Ambiente im Innenraum den Komfortansprüchen des modernen Fahrers anpasst. Einige Modelle nähern sich immer mehr einer Luxuslimousine an.

Eigentlich gebührt dem G-Modell in seiner schlichten, nüchternen, geradlinigen, ehrlichen und zeitlosen Architektur ein Platz im MoMa.

 

 

Text: Ulrich Bänsch

Fotos: Jochen Soppa, Mercedes-Benz, Archiv

 

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