Ferrari Omologata: ein neues One-off-Modell

In Fiorano findet die Premiere des 10. One-off-Modells auf Grundlage einer V12-Plattform statt

 

Heute hat ein einzigartiger Ferrari bei einem kurzen, aber intensiven Shakedown in Fiorano seine Runden gedreht. Der auf der Rennstrecke ertönende Sound des V12-Motors mag zwar vertraut geklungen haben, aber die auffällige Optik des Wagens  ist einzigartig und findet garantiert bei den Fans der Marke Anklang. Mit seinem Rosso-Magma-Finish und seiner raffinierten Rennlackierung ist der neue Ferrari Omologata eindeutig ein Nachfahre der großen GT-Tradition von Ferrari, die sieben Jahrzehnte Geschichte umspannt.

Von einem anspruchsvollen europäischen Kunden in Auftrag gegeben, ist das jüngste unter den einzigartigen karossierten One-off-Modellen von Ferrari eine dynamische Zurschaustellung der Werte von Ferrari in Bezug auf den GT-Rennsport: Ein Auto, das sich auf der Straße ebenso wohl fühlt, wie in den Händen eines echten Gentleman Drivers auf der Rennstrecke.

Das Projekt Ferrari Omologata nahm ab der ersten Präsentation der Skizzen, ausgehend von Bildern mit einer Vielzahl von Inspirationen, vom Erbe des Rennsports über Sci-Fi bis hin zu Bezügen zur modernen Architektur, etwas mehr als zwei Jahre in Anspruch. Die Idee bestand von Anfang an darin, ein futuristisches Design mit unverwechselbaren, auf frische Art und Weise neu interpretierten Elementen zu schaffen, um das Potenzial für eine zeitlose Form zu schaffen, die mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Dazu haben die Designer alle möglichen Freiheiten in Bezug auf das zugrunde liegende Package des 812 Superfast ausgelotet und nur die Windschutzscheibe und die Scheinwerfer als bestehende Karosserieelemente beibehalten. Ziel war es, die Proportionen des kraftvollen Mittel-Frontmotor-Layouts auszunutzen, um ein überaus schlankes Design zu schaffen, das sich durch glatte Volumen und wellenförmige Reflexionen auszeichnet und durch schnittige Grafiken mit vereinzelten Brüchen in der Oberfläche aufgewertet wird, wo immer es die aerodynamischen Funktionen erfordern. Der kniffligste Aspekt war, die ideale Balance zwischen Ausdruckskraft und Zurückhaltung zu finden: Der Omologata sollte auf der Straße präsent sein und gleichzeitig eine sehr reine Formensprache bewahren.

Die Designer haben Straßenlage und Verhalten des Wagens aus allen Blickwinkeln sorgfältig studiert und ausgehend vom abgeflachten ovalen Kühlergrill ein zulaufendes Frontvolumen definiert. Der gerundete Bereich über den vorderen Radkästen, der durch einen um die Motorhaube verlaufenden Kontraststreifen betont wird, scheint ganz natürlich aus dem Kühlergrill herauszutreten. Hinter der Tür fügt sich eine sehr wuchtige Heckpartie nahtlos nach oben in die hintere Seitenverkleidung ein. Das gesamte hintere Volumen wird durch den Wegfall des hinteren Dreieckfensters bewusst imposant gestaltet und durch drei Querschnitte durchtrennt, um das Auto optisch tieferzulegen. Das Fließheck wird von einem markanten Heckspoiler dominiert, der nicht nur mehr Anpressdruck liefert, sonderndem Wagen auch eine aggressivere, sportlichere Note verleiht. Insgesamt scheint der Wagen schon im Stillstand zum Angriff auf den Asphalt bereit zu sein, und von hinten gesehen unterstreichen die tief sitzenden Einzelrückleuchten die Spannung.

Einzigartig ist hier nicht nur der Name

Die Erfüllung aller Sicherheitsauflagen für die Straßenzulassung ohne Beeinträchtigung der Nutzbarkeit und Lenkbarkeit eines Ferrari ist für das Design-Team unter der Leitung von Flavio Manzoni immer eine große Herausforderung. Umso mehr, wenn man von einer bestehenden Plattform ausgeht. Omologata war in der Tat ein Schlüsselwort, das während der gesamten Entwicklung dieses zehnten One-off-Modells mit V12-Frontmotor, den Ferrari seit dem P540 Superfast Aperta 2009 herausbringt, mitschwang. Jenseits der klaren Anweisungen des Kunden haben die Designer bis ins kleinste Detail unzählige Variablen berücksichtigt, um daraus ein durch und durch maßgeschneidertes Modell zu machen, das leicht in jedem Ferrari-Showroom seinen Platz finden könnte. Die Suche nach dem ultimativen Touch ging so weit, dass allein für die Lackierung ein neuer Rotton entwickelt wurde, der zu dem feurigen dreischichtigen Rosso Magma mit verdunkeltem Carbonfaser-Finish passt.

Im Inneren des Wagens lässt eine Fülle von Ausstattungsdetails eine starke Verbindung zur reichen Rennsporttradition von Ferrari erkennen. Die metallicblauen Sitze, die in einer geschmackvollen Kombination aus Leder und Jeans Aunde®-Gewebe mit 4-Punkt-Renngurt ausgeführt sind, heben sich von einer gänzlich schwarzen Innenausstattung ab. Ohne hintere Dreiecksfenster und Heckscheibe ist die Atmosphäre im Fahrgastraum zweckorientiert und erinnert an vergangene Zeiten. Metallteile auf Armaturenbrett und Lenkrad sind mit dem Reißlackeffekt versehen, der mit den großen GT-Rennfahrern der 1950er und 1960er Jahre sowie mit den Nockenwellen-Abdeckungen von Ferrari in Verbindung gebracht wird. DerHammerschlag-Lackeffekt, der bei Autos wie dem 250 LM und 250 GTO häufig zum Einsatz kommt, findet seinen Weg auf Details wie die inneren Türgriffe und den Ferrari F1-Steg.

Als Paradebeispiel für ein One-off-Modell gelingt es dem Omologata, eine Reihe von subtilen Designmerkmalen von Ferrari zu integrieren, ohne in Nostalgie zu verfallen. Seine handgefertigte Aluminiumkarosserie ist mit beinahe unterschwelligen Details übersät, die Enthusiasten dazu herausfordern, die unterschiedlichen Inspirationsquellen zu suchen, die bei seiner Entstehung eine Rolle gespielt haben.

 

 

 

Ferrari

25.09.2020

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