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Eine wiederentdeckte Waren-Transportmöglichkeit

Vielleicht ist es dem ein oder anderen die Zeit noch im Gedächtnis, in der die Einkäufe des täglichen Bedarfs noch nicht in profanen Plastiktüten oder später – als das Umweltbewusstsein stärker wurde – in Stofftaschen nach Hause getragen wurden: Das Einkaufsnetz.

Für unsere Vorfahren wurden sie für diese Zwecke zum unverzichtbaren Utensil für die täglichen Besorgungen, ließen sie sich doch im leerem Zustand selbst in einer Hosentasche verstauen.

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Das aus Eisengarn bestehende Einkaufsnetz lässt sich sehr klein zusammenlegen

Das am Dessauer Bauhaus konzipierte sogenannte Eisengarn – ein mehrfach gezwirnter, paraffinierter Baumwollfaden – hielt nicht nur Einzug bei dem einen oder anderen Designklassiker dieser Ära, sondern man erkannte auch eine Nutzen bringende Verwendung für die täglichen Einkaufserledigungen. Das Material war robust und hielt dementsprechend viel aus. Also passend für eine Zeit, als man wertige Gebrauchsgegenstände zu schätzen wusste und der angeschaffte Gegenstand sich durch eine lange Haltbarkeit auszeichnen sollte oder musste.

Heute gibt es nur noch ein Unternehmen, das die Basis für die klassischen Einkaufsnetze – das Eisengarn – herzustellen in der Lage ist. Für unsere näheren Vorfahren war es eine Selbstverständlichkeit, sich dieser Nützlinge zu bedienen – bis sie dann durch die stets und überall verfügbaren Wegwerf-Plastiktüten verdrängt wurden. Diese gab es ja in ihren Anfangsjahren kostenlos und in ausreichender Menge in allen Einzelhandelsgeschäften, sodass man darin seinen (auch ungeplanten) Einkauf verstauen konnte. Allzu bald hatte man sich an diese Bequemlichkeit gewöhnt, so wie das in vielen Bereichen der Fall war und ist. So wurden die Einkaufsnetze dem bequemen Zeitgeist entsprechend „out“.

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Von der Kubatur her gesehen können bis zu 5 Liter an Waren transportiert werden

Doch jetzt gibt es sie wieder – ich habe den äußerst praktischen und umweltschonenden Nutzen, der von diesen kleinen Packwundern ausgeht mit äußerster Sympathie erkannt. Und die Dinger sind nahezu unkaputtbar. Sie sind in der Anschaffung etwas kostspieliger als die glatte, jedoch weitgehend unflexible Kunststofftüte, aber sie sind jahrelang zuverlässige Begleiter für die notwendigen Einkäufe. Und sie zeichnen ihre Träger als Individualisten aus, die nicht nur ein ökologisches Bewusstsein entwickelt, sondern sich auch für einen werthaltigen Lebensstil entschieden haben.

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Die zwei Ledergriffe sind wertig und haltbar mit Nieten zusammen gehalten

Angebotssituation

Am besten googelt der potenzielle Einkaufsnetz-Käufer im Internet. Es gibt auch ein paar wenige Einzelhandelsgeschäfte, welche solche Netze anbieten. Ganz preiswert sind sie nicht, dafür erfreuen sie den Träger bei jedem Einkauf mit ihrer Robustheit und Flexibilität.

 

 

 

KLASSIK Lust Profil

Die klassischen Einkaufsnetze bestehen aus zwei Ledergriffen, haben ein Gewicht von etwa 60 Gramm und auf einem Tisch ausgebreitet betragen die Maße ca. 40 cm in der Höhe und etwa 40 cm in der Breite (kommt natürlich sehr darauf an wie stark und in welche Richtung das Netz gezogen wird) und von der Kubatur her können darin etwa 5 Liter transportiert werden.

 

Text & Fotos: Ulrich Bänsch

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