Eingescannt Foto Straße 07.08.2015

Ein Foto

Wann haben Sie zuletzt ein altes Fotoalbum angesehen oder in diversen Schuhschachteln herumgekramt? Letztere sind und waren probate Aufbewahrungsorte für Lichtbilder, als es die Möglichkeit des digitalen Abbildens von Momentaufnahmen noch nicht gab.

Die analoge Fotografie – sei es als Dia oder als Papierabzug von Negativfilmen – sie ist im Vergleich zur heutigen Digitalfotografie „sperrig“ und beansprucht Platz. Darum landet sie oft ungeliebt in der hintersten Ecke eines Möblierungsstückes. Dabei geht von diesen lichtbildnerischen Artefakten oft eine gewisse Kraft und Wärme aus. Sie erlauben ein haptisches Erlebnis, lassen sich in die Hand nehmen und wirken weniger „anonym“ und „seelenlos“ als die am Bildschirm zu betrachtenden Fotos.

Kürzlich bekam ich ein Bildnis in die Hände, das mich sofort magisch angezogen und sehr fasziniert hat: Eine Momentaufnahme, die von einer unglaublichen Schönheit und Dramatik durchdrungen ist.

Als Betrachter spürt man förmlich die schier unerträgliche, nachmittägliche Hitze eines Hochsommertages in dem Bergbauerndorf, in der Luft liegt eine Spannung, wie sie vor einem sehnlichst erwarteten, befreiend kühlenden Regenguss so typisch ist.

Meist bleibt es in den Alpen nicht bei einem schlichten Regenguss, sondern die Spannung in der Atmosphäre entlädt sich mittels eines Unwetters mit Blitz und Donner – nicht selten mit dramatischen Folgen.

In wilder Schönheit kommt diese Bedrohung auf diesem Foto sehr deutlich zum Ausdruck. Der Himmel ist – nach einem wolkenlosen Tag – stark bewölkt und am Horizont zeichnet sich schon das nahende Unwetter an. Die Bauern sind wahrscheinlich in diesen Minuten, als das Foto entstand, nur mit einem Gedanken beschäftigt – wie bringen sie das Heu am schnellsten in die schützende Scheune, bevor es nass wird.

Eingescannt Foto BMW 07.08.2015

Die BMW „Gummikuh“ – mit solchen klassischen Motorrädern ließ und lässt es sich vortrefflich die Welt erkunden

Eine Schwarz/weiß-Fotografie gibt gewisse, dramatische Momente und Situationen oft viel eindringlicher wieder als ein Farbbildnis, weil sich dessen Aussage auf das Wesentliche reduziert.

Dieses Lichtbild ist vermutlich in den 60er Jahren entstanden, als die Alpen noch nicht mittels tourismusfreundlicher Straßen erschlossen waren. Eine Zeit also, als das Reisen noch ein Abenteuer war und man nicht mal kurz zum Mittagessen aus einer der süddeutschen Metropolen „schnell“ zu einem Berggasthof in die nahen Alpen gefahren ist.

 

Angebotssituation

Meist liegen solche Exponate seit Jahrzehnten vergessen in den heimischen Schubladen vergraben und warten nur darauf, wieder entdeckt zu werden. Einfach in einer Mußestunde sie wieder hervorkramen und sie in aller Stille betrachten.

 

KLASSIK Lust Profil

Wenn man das lichtbildnerische Werk wieder entdeckt, stellt der Betrachter sehr schnell fest, dass es einen sehr hohen persönlichen und ideellen Wert haben kann. Es können Aufnahmen aus der Kindheit, der Jugend sein, oder Urlaubserinnerungen oder ganz einfach Momentaufnahmen. Monetär nicht bezifferbar!

 

Text: Ulrich Bänsch

Foto: Hofer Archiv

 

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