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FIAT-Abarth 2000 Scorpione – Der Keil

Zu behaupten, er sei der aufregendste Autoentwurf der 70er Jahre, ist sicher nicht vermessen. Wer den einmaligen FIAT-ABARTH 2000  zu Gesicht bekommt, macht unfreiwillige Leibesübungen. Kniebeugen, Halsrecken, Bauchlage. Man kann von den gebotenen Perspektiven gar nicht genug bekommen.

Der aus Österreich stammende Tuner Carlo Abarth gründete seine Firma 1949 in Turin. Es lag nahe, sich um die in großen Stückzahlen produzierten Kleinwagen vom benachbarten Automobilhersteller FIAT zu kümmern. Heiße Tuningkits für die populären Fiat-Typen 500 und 600 bildeten ab 1960 eine solide geschäftliche Basis, daneben entstanden reinrassige Wettbewerbsfahrzeuge für den Rennsport.

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Fiat-Abarth 2000 Scorpione. 2014 seit langer Zeit erstmals wieder in Europa zu bestaunen, anlässlich des Concorso d’Eleganza am Comer See

Anlässlich der Brüssel Motor Show im Jahr 1969 ließ Abarth bei Pininfarina ein spektakuläres Auto schneidern. Er basierte auf dem heckgetriebenen Abarth-Sportwagen und bekam von Designer Filippo Sappino eine atemberaubende Karosse geschneidert. Alles mit klaren Dreiecks-Linien und ebenso scharfen Kanten wie flüssig gespannten Flächen. Der Motorraum bleib von hinten offen, um vollen Einblick auf die Technik zu gewähren.

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Wundervoll gespannte Linien, mächtige Lufthutzen für den Motor im Heck

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Lamellen-Hecks waren damals angesagt

Anlässlich der Ausstellung „Carrozzeria Italiana“ kam das Auto 1977 nach Japan und versetzte die Design-Liebhaber im Land der aufgehenden Sonne in helle Begeisterung. Sofort lagen Kaufangebote vor. Sergio Pininfarina versprach dem heutigen Besitzer, dem wohlhabenden Sammler Shiro Kosaka, er könne das Auto dann haben, wenn er in Japan ein Abarth-Museum installieren würde. So geschah es, und seit 1993 müssen nun Abarth-Fans weit reisen, wenn sie den Scorpione, der sich noch immer im originalen Zustand befindet, in voller Lebensgröße bewundern möchten.

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Nur absolute Vernunftsmenschen stellen jetzt die Frage nach dem Platz für das Nummernschild. Technik zum Ansehen – und auch zum Hören. Vierzylinder in Reihe, Weber-Doppelvergaser

Nur anlässlich des Concorso d’Eleganze im Jahr 2014 gab es in Europa die Möglichkeit,  das Auto noch einmal auf italienischem Boden am Comer See zu bewundern. Wir haben uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

 

Text und Fotos: Jo Soppa

1 Kommentar

  • Anonymous sagt:

    Das wusste ich jetzt aber auch nicht, dass das Fahrzeug in Japan beheimatet ist. Na, das ist es in so einem Gralsschrein dann doch gut aufgehoben.
    Gruß
    Arne

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