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Briefwaage

Heute messen wir alles auf das Zehntel, Hundertstel oder gar Tausendstel Gramm hinter dem Komma. Nüchtern und ganz kühl wird die Grammatur des zu wiegenden Objektes auf dem digitalen Display angezeigt – entsprechend emotionslos wird das Gewicht abgelesen.

Es gibt sie aber noch – die klassischen Waagen, um damit das Gewicht von Briefen oder sonstigen Gegenständen zu eruieren. In unserer heutigen Zeit, in der alles genormt und überreglementiert ist, können diese Gerätschaften nicht für den kommerziellen Wiegegenuss herhalten. Sie dienen jedoch – wie zu früheren Zeiten – zum Ablesen bis auf das Gramm genau und dafür sind sie allemal ausreichend.

Die hier vorgestellte Briefwaage ist die Hebelbriefwaage Bilateral aus dem traditionellen Haus des Waagen Hersteller Maul im Odenwald.

Auf der oberen, gröberen Skalierung können Gegenstände von 0 bis 500 Gramm Gewichtigkeit abgelesen werden. Die Feinskalierung ist in 5 Gramm-Schritten unterteilt, da bleibt dem Benutzer nichts anderes übrig als den ungefähren Wert im Gramm-Bereich zu schätzen.

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Die obere Skala, auf der die zu wiegenden Objekte von 0 bis 500 Gramm gewogen werden können.

Die untere Skala reicht von 0 bis 100 Gramm, mit 1 Gramm Unterteilungen. Hier ist es möglich abzulesen, ob der Brief auch tatsächlich 20 Gramm hat. Da die Waage nicht geeicht ist, also auch bitte mit der nötigen Sorgfalt nochmals nachprüfen lassen.

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Die untere Skalierung auf der granularer abgelesen werden kann. Auf das Gramm genau

Das wirklich Schöne und Wunderbare ist, wenn das Wiegegut auf die Waagschale gelegt wird und Sie begeistert zusehen können, wie der Wiegevorgang bewerkstelligt wird. Wie die Hebelarme gegenläufig ausschwenken und dann das Gewicht abgelesen werden kann. Das ist ein äußerst poetischer Vorgang, wenn der Betrachter zusehen kann, wie einfach Technik und damit Physik funktioniert. Und Sie werden erstaunt und überrascht sein, wie oft Sie einfach nur aus Freude einen Gegenstand auf die Waagschale legen, um diesen Vorgang das ein oder andere Mal zu wiederholen. Es mutet sinnhaft an, wie die mechanischen Hebel und Streben zur Tätigkeit angeregt werden.

 

Angebotssituation

Gebraucht mit patinierten Spuren werden die Hebelbriefwaagen in den einschlägigen Online-Portalen feilgeboten, auf denen sie ersteigert werden können. Es gibt sie aber auch wieder neu zu kaufen – preiswert sind sie allerdings nicht.

 

Klassik Lust-Profil

Was gibt es schöneres, als der Technik bei der Arbeit zuzusehen? Nicht anonym versteckt in einem schnöden Gehäuse. Dass so eine Hebelbriefwaage nicht der Ausbund an Wiege-Präzision ist, das lässt sich leicht bei diesem Anblick verschmerzen. Zudem ist so ein Exponat ein wahrer Blickfang auf dem heimischen Schreibtisch und geht durchaus als Wohnaccessoire durch, ohne dass es für seine eigentliche originäre Funktion – nämlich dem Wiegen – zu Diensten sein muss. Sie können es sich als stilvollen Gegenstand zum Beispiel in das Regal stellen, da wird das Ambiente dekorativ verschönert.

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Ein stilvolles Wohnaccessoire für ein stimmungsvolles Ambiente

 

 

Text & Fotos: Ulrich Bänsch

 

 

1 Kommentar

  • sabine schurr sagt:

    Ich habe genau die selbe Briefwaage, na sagen wir mal, es ist schon eine Schätzwaage. Sie erfüllt ihren Zweck und macht sich auch im Regal gut. Dank für diesen Artikel.
    Sabine Schurr

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