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Die Bialetti Brikka

Als – damals – konservativer Mensch, man war bei der Bundeswehr um seinen Grundwehrdienst abzuleisten, sah ich wie ein Kamerad einen Kaffee brühte mit einer mir völlig unbekannten Apparatur. Auch waren für mich die olfaktorischen Eindrücke völlig neu. Bei meiner Mutter roch dieser braune Muntermacher den es morgens zum Frühstück gab ganz anders. Mein Stubenkamerad sagte, er mach sich einen Espresso, na ja, gehört hatte ich das schon einmal, aber getrunken habe ich diese mir damals doch mehr als suspekte Brühe dann doch nicht. Man war schon sehr konservativ in den Anfängen der 80iger Jahre des letzten Jahrhunderts.

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Das Bialetti Markenzeichen: Alfonso – der kleine Mann mit dem Schnurrbart

Lange Zeit war die ominöse Apparatur zum Kaffee bzw. Espresso-Zubereitung aus meinem Gedächtnis entschwunden. Wir machten den Kaffee so wie wir es schon seit gefühlten Jahrhunderten immer gemacht haben. Kaffeefilter, in homöopathischen Dosen Kaffee hinein und aufbrühen.

Espresso – den lernte ich das erste Mal auf einer Fernreise in Bozen kennen, für mich damals wirklich eine Expedition. Da saßen gestandenen Damen und Herren an einer Winztasse mit einem bodenbedeckenden braunen Etwas. Und das sogar unermesslich lange. In der Zeit, in der mit genussvollen Schlückchen dieses für mich fast nicht wahrnehmbare Etwas goutiert wurde, habe ich – in teutonischer Manier – schon zwei Bier verinnerlicht… Na, um bei der Wahrheit zu bleiben, es war heiß und dadurch war ich auch entsprechend ausgetrocknet – besonders die Kehle.

Erst in reiferen Jahren begann meine Liebe zu den italienischen Genüssen zart zu blühen, bis sie zum heutigen Tage voll erblüht ist. Auch die Leidenschaft zum Espresso und den Produkten von Bialetti – und dass kann man wohl in den Raum stellen – die Kult sind und in keinem italienischen Haushalt heute fehlen dürfen. Für den kleinen Espresso zwischendurch, man zelebriert die Abläufe. Bei mir ist es eine Bialetti Brikka, denn diese Apparatur zaubert eine Crema, die fast an einen Espresso in einer italienischen Bar erinnert wo dieses Kult-Getränk in der klassischen Siebträgermaschine zubereitet wird. Erreicht wir die Crema mittels eines sogenannten Cremaventils in der Maschine. Einer Crema, die an der Tassenwand auch haften bleibt. Wobei diese Art der Espressozubereitung nach der italienischen Definition eigentlich kein Espresso ist, denn dieser sollte in einer Siebträgermaschine hergestellt werden und bei einem Druck von 9 bar ± 1 bar das Wasser durch das Espressopulver (eigentlich sagt man unter den Experten statt Pulver Mehl) durchpressen, damit die Inhaltsstoffe des Espressopulvers nachhaltig in die Tasse gelangen um den Connesseur dieser Art des Kaffeegenusses glücklich zu machen. Ja, in Italien gibt es wahrhaftig ein Institut, das über die Espresso Zubereitung mit Argusaugen wacht: Das Instituto Nazionale Espresso Italiano (Nationales Institut für italienischen Espresso)!

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Das Crema Ventil für eine – fast – perfekte Crema

Der Erfolg von Bialetti dieser Art der Kaffeezubereitung darf wohl schon als einzigartig dargestellt werden. Heute gibt es nicht nur die klassische Bialetti, sondern der Hersteller schwimmt auf der typischen Marketingwelle um diese Kaffeekocher in allen nur möglichen Designs auf den Markt zu bringen und selbstredend zu jedem Anlass entsprechend. Man schwimmt auf der Lifestyle-Welle. Bialetti ist KULT!

 

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Der Messbecher, welcher der Bialetti Brikka mitgeliefert wird – bis zur Markierung mit Wasser befüllen. Es befindet sich aber auch eine Markierung in dem Tank, sollte der Messbecher sich im laufe der Zeit einmal verlieren

Man befüllt den Messbecher bis zu der Markierung am oberen Rand mit Wasser und füllt dieses in den bauchigen Tank der Bialetti. Legt das Sieb in den Tank und befüllt das Sieb mit Espressopulver. Es sollte nicht angedrückt werden. Danach schraubt man die obere Hälfte des Espressokochers auf die untere Hälfte und stellt das Ganze auf eine Herdplatte. Bei meiner morgendlichen Zeremonie braucht die Prozedur etwa 4 Minuten – natürlich abhängig von der Heizleistung der Heizplatte – bevor es anfängt zu Zischen. Dann sollte man den Espressokocher von der Herdplatte nehmen und dem Genuss eines Espressos steht nichts mehr im Wege und der Tag fängt an, so wie er sollte. Mit einem morgendlichen Genuss!

Bei mir ist es mittlerweilen so, dass ich meine Bialetti Brikka auch auf Dienstreisen dabei habe mit einer kleinen – natürlich italienischen – Kochplatte. Da dauert das Ganze etwas länger – nämlich so an die acht Minuten.

Aber, der Connesseur hat Geduld!

 

Im laufe der Zeit patiniert die Maschine natürlich, es ist aber völlig ausreichend das Innere mit einer kleinen Küchenbürste von Zeit zu Zeit zusätzlich zu dem täglichen Auswaschen zu reinigen.

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Der Espresso kommt aus dem Crema Ventil

 

 

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Jetzt steht dem Genuss nichts mehr im Wege: Dolce vita zu Hause, im Büro oder sonst wo man es sich gut gehen lässt

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Da kommt Freude auf: Der perfekte Espresso Genuss

Angebotssituation

Genügend, die Bialetti BRIKKA gibt es fabrikneu und ist in allen möglichen Einzelhandelsgeschäften sowie in den einschlägigen Online-Portalen käuflich zu erwerben. So liegt auch der Preis so zwischen 26,99 € und ca. 39,90 €. Man sollte die fabrikneu erworbene Maschine vor dem ersten Espresso-Goutieren etwa 3 Mal aufbrühen und den gewonnenen Espresso einfach wegschütten. Erst dann entwickelt sich das entsprechende Aroma.

 

KLASSIK Lust Profil

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Rechts auf einer Verpackung das Bialetti Symbol dafür, dass dieses Mahlgut seht gut für die Bialetti geeignet ist

Der geneigte Espresso Gourmet wird natürlich sofort feststellen, dass es Unterschiede zwischen einem Espresso der mittels einer Siebträgermaschine gebrüht wurde und einer Bialetti Brikka gibt, aber für den Espresso so zwischendurch ist es allemal ausreichend. Natürlich auch abhängig von dem Mahlgut. Hierbei sollte man bei gemahlenem Espressopulver immer darauf achten, dass das typische Bialetti Symbol auf der Verpackung abgebildet ist. Wenn man Bohnen mahlt, so bedarf es des Ausprobierens bis die richtige Körnung des Pulvers gefunden wird. Ich mahle immer nach alter Väter Sitte mit einer Hand-Kaffee-Mühle.

Für mich gehört die BIALETTI Brikka zur Familie und ich möchte sie nie mehr missen!

 

Text & Fotos: Ulrich Bänsch

 

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