L1020201

BALLISTOL – das Universalmittel

Ich kann mich noch dunkel an die Packungsbeilage des BALLISTOL Waffenreinigungsöls erinnern, als ich privat anlässlich der Ableistung des Grundwehrdienstes bei der Bundeswehr Anfang der 80er Jahre mir ein Fläschchen BALLISTOL kaufte. Es war zur Reinigung und Pflege des einem zugeteilten Gewehres untersagt, aber dies war mir egal denn das Öl reinigte und pflegte die Schießutensilien besser als das Waffenöl das aus der Waffenkammer verabreichte wurde.

Nicht nur die Reinigungs- und Pflegeergebnisse haben mich nachhaltig beeindruckt sondern ganz im speziellen die Packungsbeilage. Das Öl, es war für fast alles verwendbar und gut. Für Metalle, Leder, Holz, sogar gegen den Juckreiz bei Insektenstichen – und ich hoffe es stimmt noch – gegen allerlei Tropenkrankheiten. Ich dachte ich lese nicht richtig.

Als ich mir nach Jahrzehnten wieder so ein Fläschchen zulegte stand davon in der Packungsbeilage nichts mehr drin. Ist ja auch kein Wunder, solche Aussagen verstoßen heutzutage ja gegen allerlei Heilmittelverordnungen. Und das ist in unserer heutigen Zeit schlicht und ergreifen verboten und untersagt. Egal ob es dem Menschen bekömmlich oder seiner Gesundheit zuträglich ist.

Wie heißt es nicht so schön? „Entsprechend den Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes darf bei Erzeugnissen, die nicht als Arzneimittel zugelassen sind, nicht für Anwendungen geworben werden, die definitionsgemäß unter das Arzneimittelgesetz fallen“. So dürfen diese Betrachtungen nur als historischer Rückblick gesehen du gewertet werden.

Friedrich Wilhelm Klever gründete 1874 in Köln die „Chemische Fabrik F.W. Klever“ und begann mit der Herstellung von Ölen und Fetten. Um die Jahrhundertwende war das kaiserliche Heer auf der Suche nach einem Universalöl das nicht nur die Metallteile der kaiserlichen Waffen sondern auch das Leder und die Schäfte der Waffen reinigen und pflegen sollte, sondern das Öl sollte auch eine Konservierungsfunktion besitzen. Das war noch nicht alles, was in dem Lastenheft des kaiserlichen Beschaffungsamtes stand: es sollte auch als Wundöl bei Verletzungen für die Soldaten dienen. Heute würden wir sagen, es sollte die Eierlegende Wollmilchsau sein.

L1020203

Erhältlich in unterschiedlichen Füllmengen, für den Großverbraucher wie die kleinen Fläschchen für Unterwegs

1904 konnten die Vorgaben erfüllt werden und die passende Wortkreation für das Öl wurde ebenfalls gefunden: BALLISTOL. Es setzt sich zusammen aus den Worten „Ballistik“ und dem lateinischen Wort „oleum“ für Öl. Über mehrere Jahrzehnte gehörte das BALLISTOL fortan zur Standardausrüstung der Soldaten. Das BALLISTOL wird bis zum heutigen Tage nach der Originalrezeptur hergestellt und weltweit vertrieben. Im Laufe der Jahrzehnte kamen weitere Produktlinien zu diesem Universalöl hinzu.

Es gibt fast keine Anwendung, bei der der Nutzer dieses Öl nicht anwenden kann. Da greifen selbst eingeschworene Pazifisten gerne darauf zurück um sich die mannigfaltigen Einsatzmöglichkeiten zu Nutze zu machen. Es hat nicht nur eine desinfizierende Eigenschaft, es ist auch vollständig biologisch abbaubar. Das ökologische Gewissen wird also nicht belastet. Wenn es als Wunderöl bezeichnet wird, so ist dies nicht übertrieben.

L1020204

BALLISTOL: Eigentlich die Eierlegende Wollmilchsau – das Universalmittel für allerlei Anwendungen

Klassik Lust-Profil

Eigentlich sollte heute jeder so ein Fläschchen zu Hause haben, denn das Öl trägt das Wort „Universal“ nicht umsonst in seinem Namen. Das Öl kann und darf nicht nur auf die reine Waffenpflege reduziert werden, denn es ist ein Pflege- und Konservierungsmittel für Fahrzeuge, Leder, Garten, Industrie und Handwerk sowie für Mensch und Tier. Und darüber hinaus besitzt es noch exzellente Eigenschaften auf dem Gebiet des Rostschutzes und – es verharzt nicht.

 

Text & Fotos: Ulrich Bänsch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentar
Name*
Email*